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Trugbilder von Harald Latus

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Es waren zwei Tage vergangen, ohne dass sich etwas Besonderes ereignet hatte.

Commander van Dyke hatte den Dienst aufgenommen und die Reparaturarbeiten auf der Brücke und im Maschinenraum überwacht.
Der Eifer, mit dem die Mannschaft an die Arbeit ging war enorm.
Jeder Handgriff saß, jede Aufgabe wurde mit hohem Tempo und absoluter Präzision durchgeführt und ohne dass viele Worte nötig gewesen wären verstand sich die Crew alleine durch Blickkontakte und kleine Gesten.

Es war wirklich ein eingespieltes Team, eine eingeschworene Gemeinschaft. So kannte das Van Dyke von seinem alten Posten nicht. Dort war es fast an der Tagesordnung, dass irgendjemand ausrastete, weil er mit den Weisungen des Captains nicht zu recht kam. Der Commander hatte das Gefühl dass der Captain der LEXINGTON seiner Mannschaft einfach zu viel abverlangte, in dem bemühen besser zu sein als andere Schiffe.
Roger war der Ansicht, dass dies zu großen teilen am Führungsstil lag den der Captain seinen Führungsoffizieren diktierte.
Hier auf diesem Schiff, schien alles anders zu sein und auch wenn der Captain einen entschlossenen Eindruck machte und sicherlich keine Schludereien zuließ, sah es so aus als seien die Leute hier zufriedener.

Zu Beginn der Tagesschicht hatte man die Verankerung der defekten Warpgondel gelöst und sie vom Schiff getrennt.
Nachdem sie mit den Workbees zur Raumbasis geschleppt und verankert worden war, hatte man die neue Gondel bereits bis auf wenige Meter an das Schiff herangeführt und war bereit sie mit dem Rumpf zu verbinden.
„Commander van Dyke, melden Sie sich auf Deck 4 im Haupthangar, Wikland, Ende“, kam die Stimme des Captains aus dem Audiosystem des Maschinenraumes.
„Bin auf dem Weg, Sir“, antwortete van Dyke, nachdem er seinen Kommunikator berührt hatte.
Wortlos drehte er sich um und war kurz darauf durch die Haupttür des Maschinenraumes zum Turbolift unterwegs. Bei seinem Eintreffen im Haupthangar wartete Wikland bereits an der Einstiegsluke zur Northlander, dem Captains Shuttle der ALEXANDRIA.

Es war ein besonderer Luxus den sich der Captain hiermit leistete.
Anstatt wie üblich eine Captains Yacht am Diskussegment des Schiffes unterzubringen hatte sich Wikland dafür entschieden ein Runabout als Captains Shuttle einzusetzen.

Die Northlander entsprach in ihrem äußeren Erscheinungsbild den Schiffen der Danube Klasse, war jedoch auf Wunsch des Captains modifiziert worden und wies einige Sondereinrichtungen auf, zu denen auch ein hochleistungsfähiger Warpantrieb der Klasse 4 zählte, den die Ingenieure nur mit Mühe in den üblichen Warpgondeln unterbringen konnten.
„Kommen Sie Mr. van Dyke, wir wollen uns dieses Schauspiel von draußen ansehen.“, kam der Captain auf ihn zu.

Sie stiegen in das Runabout und Wikland übernahm sofort die Position des Steuermanns. Nach Einholen der Starterlaubnis verließen Sie den Hangar und steuerten am Rumpf der ALEXANDRIA auf die Warpgondel zu, die unter dem Schiff hing.
In respektvollem Abstand zum Schiff verlangsamten Sie den Flug und stoppten das Shuttle.
Der Captain blickte auf das Schiff und die nun beginnende Zusammenführung von Warpgondel und Rumpf und sagte mit fester Stimme und voller Überzeugung:

„Dieses Schiff ist seit einigen Jahren mein Zuhause, meine meine Arbeit und nicht zuletzt auch meine Zuflucht.
Es hat mir Schutz geboten, mir Herausforderungen gestellt an denen ich gewachsen bin und es hat mich vor Gefahren in dieser Unendlichkeit hier draußen beschützt. Es hat mich bisher nie im Stich gelassen oder mich enttäuscht, auch vor sechs Tagen nicht als es richtig schlecht um uns stand.

Und ebenso habe ich versucht mein Schiff und meine Mannschaft zu schützen, ich habe es gut und mit der nötigen Vorsicht behandelt und meinen Teil dazu beigetragen dass wir immer wieder unbeschadet nach Hause kommen konnten,
auch wenn ich außer diesem Schiff keine Wurzeln mehr im Universum habe, zu denen ich zurückkehren könnte....“

Sein Blick glitt über den glatten Körper des Schiffes, das im Licht der Wesalan-Sonne glänzte und einen majestätischen Anblick bot.

Die Service- und Reparatur-Workbees, die unablässig in der Nähe des Schiffes ihre Aufgaben verrichteten wirkten wie ein Bienenvolk, das sich um seinen Bau sorgt und mit gezielten Maßnahmen an der Vollendung arbeitet.
„Ich möchte, dass Sie sich das ansehen Nummer Eins.
Es ist eine große Verantwortung, die Sie mit ihrer neuen Position übernehmen.
Sie sollten sich bewusst machen, dass über 1200 Personen ihr Schicksal in Ihre Hände und Entscheidungen legen,
ohne zu wissen, ob Sie dazu in der Lage sind, jedwede Gefahr einzuschätzen und abzuwenden.“

Die Warpgondel war gerade an den Rumpf angelegt worden,
doch in der lautlosen Stille des Alls konnte man das Einrasten der hydromechanischen Verbindungsklauen sowie das Einschnappen der Sicherungsvorrichtungen nicht wahrnehmen.
Dieses Geräusch war nur an Bord der ALEXANDRIA zu hören.

„Commander ich erwarte von Ihnen, dass Sie sich dieser hohen Verantwortung bewusst werden, und Ihre Handlungen daran orientieren, was das Beste für Crew und Schiff ist.
Ich erwarte, dass Sie sich unterordnen und meine Anweisungen und Befehle befolgen, auch wenn Ihnen das manchmal schwer fallen sollte. Was immer Sie auch tun, denken Sie daran welche Verantwortung auf Ihnen lastet.“

Wikland wandte sich zu van Dyke um und blickte ihm in die Augen. Mit leiser und gesenkter Stimme fügte er hinzu:
„Noch etwas, wenn Sie sich entscheiden eine Aufgabe durchzuführen, erwarte ich, dass alles funktioniert.
Ein Fehlschlag ist nicht akzeptabel. Haben wir uns verstanden?“

Roger van Dyke, der im Runabout stand und das Szenario betrachtete, welches sich seinen Augen bot, hatte seine Hände fest um die Rückenlehne des Pilotensitzes geschlossen und schaute auf das Schiff hinaus, das angedockt an die Sternenbasis vor Ihnen im Raum schwebte.

„Ja, Sir, ich habe verstanden. Ich werde alles tun, um mich Ihrem Vertrauen würdig zu erweisen.“, antwortete er und sein Blick war dabei auf das vor ihm liegende Schiff gerichtet.


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