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Trugbilder von Harald Latus

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Die ALEXANDRIA schoß mit Warp 9.6 durch den Raum und ließ das Gebiet der Kugelsternhaufen und Sternencluster schnell hinter sich.
Der Captain und auch die anderen Crewmitglieder der Brückenbesatzung hatten sich nach der Ablösung auf der Brücke,
gleich in den Quartieren zur Ruhe begeben.
Lediglich van Dyke stand am Fenster und schaute auf die Warpsterne die ihm entgegen flogen, er konnte keine Ruhe finden.
In seiner rechten Hand hielt er eine Tasse Raktajino und vor ihm auf dem Tisch lagen einige PADD’s, die taktische Angriffs- und Verteidigungssimulationen der Sternenflotte zeigten.
Er wusste, dass die Situation der sie nun entgegenstürmten mit Sicherheit nicht leichter zu bewältigen war, als das Problem welches sie gerade mühevoll hinter sich gelassen hatten.

Wobei es in diesem Fall keine richtige Lösung sondern nur ein gut erwirkter Aufschub war. Das war Roger vollkommen klar. Er war sich sicher, dass in dieser Sache das letzte Wort noch nicht gesprochen war.
Im Hintergrund erklang leise Musik, die mit tragenden und flächigen Sounds und dem eingebundenen Meeresrauschen eine beruhigende Wirkung verströmte.
Noch lange stand er vor seinem Fenster, blickte hinaus ins All und überlegte was bei der Station Merlin wohl auf sie warten mochte.

Noch vor Anbruch der Tagesschicht war der Captain wieder auf der Brücke. Er hatte sich von K’Orak die Auswertungen der Langstreckensensoren geben lassen und studierte die Angaben.
Die Abtastung deutete auf einige kleine Schiffe verschiedener Bauart hin, die in angemessenem Abstand zur Station eine Gruppe gebildet hatten. Aus dieser Ansammlung scherten immer wieder zwei oder drei Schiffe aus, die in einzelnen Wellen auf die Station zuflogen und sich kurz darauf wieder zurückzogen.
Die ALEXANDRIA hatte noch ungefähr zwei Stunden mit Warp 9.6 vor sich, bevor sie den Sektor der Station erreichen konnte.

„Lieutenant Commander Carter, beschleunigen Sie auf Warp 9.85, ich will schneller dort sein“, wies der Captain den gerade wieder von der Krankenstation entlassenen Ingenieur an.

Edison Carter nahm die Korrektur vor und berichtete dem Captain wie sich die Flugzeit verändern würde.
Wikland war zufrieden und ließ seinen Blick über die Brücke schweifen. Von der Alpha Schicht war bislang noch keiner erschienen, es waren allerdings auch noch gut eineinhalb Stunden bis zur Übernahme.
In diesem Moment glitt die Tür des Turbolifts auf und Roger van Dyke trat auf die Brücke. Er sah den Captain und ging auf ihn zu. Mit einem freundlichen Lächeln setzte er sich auf seinen Platz, der von Lt. Commander John Newton freigemacht wurde.

„Guten Morgen Captain, hatten Sie eine angenehme Nacht?“
Wikland blickte auf.
„Leider nicht, ich bin immer etwas unruhig, wenn ich im Voraus weiß, das militärische Konflikte auf mich warten.
Eigentlich sollte so ein alter Haudegen wie ich das ja gewohnt sein aber es ist dennoch immer wieder eine gewisse Anspannung.
Und wie haben Sie geschlafen?“, wollte Wikland wissen.

„Mir geht es ähnlich, da wir wohl mit einer militärischen Auseinandersetzung rechnen müssen habe ich die Zeit genutzt mich nochmals mit den taktischen Gegebenheiten bei der Station MERLIN zu befassen.
Obwohl ich danach sehr abgespannt war, bin ich doch schon wieder früh aufgewacht. Ich denke, bevor ich diese Zeit durch herumsitzen vergeude, kann ich mich auch hier auf die kommenden Aufgaben vorbereiten.“

Wikland nickte zustimmend und nahm zufrieden zur Kenntnis, dass er nicht alleine war mit seiner Unrast.
Er deutete auf die Wissenschafts-Station und van Dyke folgte dem Captain zum Display.
Der Computerbildschirm, der in der Wand eingelassen war zeigte die Analysen der Sensorenabtastungen.

„Da ist ja richtig was los nicht wahr? Sieht aus wie Angriffsflüge, wenn man die Wellen von Schiffen und die Flugbahnen so sieht.
Oder könnte es sich dabei lediglich um Drohgebärden handeln?“,
meinte van Dyke und wechselte von der Animation der Sensordarstellung auf die tabellarische Übersicht der Werte.

Wikland drehte sich nach vorn und blickte auf den Hauptschirm.
„Nein, unsere Langstreckensensoren können derzeit nur die Bewegungsdaten analysieren, inwieweit hier Offensivwaffen zum Einsatz kommen lässt sich erst feststellen wenn wir näher dran sind, es sieht aber sehr nach Angriff aus.
Bislang waren unsere Versuche eine Kommunikation mit der Station herzustellen nicht erfolgreich. Alle Signale sowohl zur- als auch von der Station werden durch ein starkes Störenergiegitter zerstreut.“

Wikland und van Dyke standen eine lange Zeit vor der Wissenschaftsstation und der Captain erklärte die bevorzugten Taktiken der ALEXANDRIA Crew.
Er rief einige Aufzeichnungen zurückliegender Gefechte und Sternenflottendateien ab und informierte den ersten Offizier wie er im Fall von Aggressionen vorgehen würde.
Van Dyke nahm die Ausführungen des Captains mit hoher Konzentration entgegen.
Der Erste Offizier senkte seine Stimme, so dass er sicher sein konnte, dass keiner die nun folgende Unterhaltung verstehen konnte.

„Captain ich möchte eine sehr persönliche Frage an Sie richten…“, Wikland nickte zustimmend mit dem Kopf, „…bei allem schuldigen Respekt, halten Sie es wirklich für notwendig, dass die Wachoffiziere Ihr Betreten und Verlassen der Brücke mit einer Meldung quittieren?
Ich weiß, Ich bin neu hier und sollte mich mit meinen Vorschlägen erst einmal hinten anstellen, aber ich denke doch diese Ehrenbezeugung, die noch aus der Zeit der christlichen Seefahrt stammt, entspricht nicht mehr den Umgangsformen der heutigen Zeit.
Wir alle kennen Ihre Fähigkeiten und Ihren Rang. An der Professionalität der Crew ändert sich nichts wenn jemand ‘Captain auf der Brücke‘ ruft. Im Gegenteil, ich denke eher, dass es zu Ablenkungen führt.“

Roger van Dyke rechnete mit einer Zurechtweisung und wurde von Wiklands Antwort völlig überrascht.

„Nummer Eins...“, begann der Captain mit leiser Stimme und stützte sich mit seiner linken Hand lässig auf der Arbeitsfläche der Wissenschaftsstation ab.
„...ich schätze Ihre Offenheit. Auch wenn Sie für Ihre Frage nicht gerade den passendsten Zeitpunkt ausgewählt haben, so rechne ich es Ihnen doch hoch an, dass Sie sich mit den Gegebenheiten an Bord auseinandersetzen und sich mit Ihren Vorschlägen an mich wenden.
Auch wenn es in diesem Fall bedeutet, dem Captain eines seiner Vorrechte streitig zu machen. Wenn Sie der Meinung sind, dass Sie mir in irgendeiner Situation widersprechen müssten oder einen anderen Standpunkt haben, lassen Sie es mich wissen.
Was diese Meldungen betrifft, weisen Sie die Sicherheitscrew an, sie künftig wegzulassen, ich weiß auch so dass ich auf der Brücke bin, ich brauche keinen der mich darauf hinweist.“
Den letzten Satz unterstrich er mit einem ehrlichen Lächeln und nickte van Dyke noch einmal kurz zu.

Dann kam Wikland mit großen Schritten zurück zu seinem Sessel und nahm Platz.
„Commander...“, richtete er sich an seinen ersten Offizier, der noch im hinteren Bereich der Brücke am Computer stand,
„...bereiten Sie das Schiff auf einen Kampf vor. Wenn es losgeht möchte ich dass alles funktioniert und dass die Crew auf Draht ist.“
„In Ordnung Sir!“, antwortete van Dyke ging zum Turbolift und drückte seinen Kommunikator.
„An alle Führungsoffiziere, kommen Sie zum Briefing in den Schulungsraum auf Deck vier. Van Dyke Ende.“
Er betrat den Turbolift und wenige Sekunden später öffnete sich die Tür mit einem leisen Zischen auf Deck vier. Er eilte den Gang hinunter und traf auf Corbal Mor den Trill, der aus einem Seitengang zu Ihm stieß.
„Übrigens Lt. Commander...“, richtete Roger sich an den Trill, während sie weiter den Flur entlangschritten,
„...ich schätze es nicht, wenn man meine Anweisungen oder die Befehle des Captains in Frage stellt. Ihre Bemerkung im Wartungsraum beim Umbau der Sonde war nicht angebracht...“
Dem Trill lief ein kalter Schauer über den Rücken. Er hatte nicht erwartet, dass van Dyke seine abfällige Bemerkung im Sondenraum bemerkt hatte, die er leise vor sich hin gemurmelt hatte.

„...außerdem müssen Sie nicht noch andere Offiziere verunsichern indem Sie negative Fragen stellen und Schwarzmalerei betreiben.
Wenn Sie sich einer Sache nicht sicher sind, steht es Ihnen frei weitere Informationen zu erfragen, oder Ihre Bedenken zu äußern.
Aber so etwas wie im Wartungsraum möchte ich nicht wieder erleben. Ist das klar?“
Der Trill senkte den Kopf, zog eine Grimasse und preßte ein
„Ja, Commander“, hervor.

Corbal Mor wertete diese Unterhaltung als Maßregelung, denen er sich nur ungern beugte. Sein Symbiont war bereits mit acht verschiedenen Wirtskörpern verbunden und Mor war der Ansicht, dass seine Meinung den höchsten Stellenwert hatte,
zumindest wenn es um seine Handlungen ging.
Corbals Stellung als Lt. Commander war der langjährigen Erfahrung seines Symbionten zu verdanken, der schon seit mehr als 78 Jahren in der Sensoren- und Sondentechnik gearbeitet hatte.

Inzwischen hatten sie die Tür zum Schulungsraum erreicht und traten ein. Einige Führungsoffiziere waren schon anwesend, standen in der Ecke am Computerterminal und unterhielten sich leise.
Nach einigen Minuten waren auch die Letzten eingetroffen und van Dyke bedeutete der Gruppe sich zu setzen.

„Der Captain hat mich beauftragt Sie über die aktuelle Situation aufzuklären und auf unsere Rettungsmission vorzubereiten.“
Er aktivierte eine Informationstafel, die den Grundriss der Station Merlin zeigte und erläuterte die bereits gewonnenen Daten.

Bei der Sternenbasis handelte es sich um eine Station vom Typ vier, eine stark verkleinerte Ausgabe der pilzförmigen Stationen. Sie besaß nur einen kleinen Shuttlehangar und hatte insgesamt 68 Decks.
„Wir müssen davon ausgehen, dass wir die Station mit militärischen Mitteln gegen die Aggressoren verteidigen müssen. Ich weiß, dass Sie erst vor kurzer Zeit einen Kampfeinsatz mitgemacht haben...“, erklärte Roger

„Wir machen doch dauernd irgendwelche Kampfeinsätze mit, dass ist doch nichts neues für uns!“, kam eine Stimme aus den hinteren Reihen, und ein zustimmendes Gelächter ging durch die Gruppe.

„...nun, schön das Sie so begeistert und erfahren sind, dann wird es Sie sicherlich freuen, dass Sie eines der Kampfrunabouts steuern dürfen Mr. Sinclair. Sie sind hiermit für die Amazonas eingeteilt.“, erwiderte van Dyke.
Damit war schlagartig Ruhe eingekehrt bis auf den etwas vorlauten Offizier, der sich gerade ereifern wollte gegen die Entscheidung zu protestieren, aber von seinen Nachbarn mit schnellen Griffen wieder auf seinen Stuhl zurückgezogen wurde.

Van Dyke informierte nun über die zu erwartende Gegnerstärke und über die bereits mit dem Captain erörterte Taktik.
Als die Gruppe nach einer halben Stunde den Schulungsraum verließ, blieben nur van Dyke und Corbal Mor zurück, der an der Tür wartete.

„Und, welche Strafe haben Sie sich für mich ausgedacht?“, fragte er schnippisch als van Dyke an Ihm vorbeigehen wollte.
„Lt. Commander, der Vorfall ist für mich erledigt, es wird auch keinen Eintrag in Ihre Akte geben.
Ich habe Ihnen meine Einstellung dazu bereits mitgeteilt, wobei ich es tunlichst unterlassen habe dies in Anwesenheit Anderer zu tun.

Ich erwarte nur, dass Sie sich künftig korrekt verhalten. Das was eben da drinnen passiert ist, hat sich der junge Mann selbst zuzuschreiben. Es wird Ihm eine Lehre sein und die nächsten Einweisungen sicherlich deutlich ruhiger machen.“

Damit wandte sich van Dyke ab und ließ Corbal Mor alleine in der Tür stehend zurück.

* * *

„Captain, wir haben die Energiesignaturen der Angreifer identifiziert, sie halten die Station Merlin unter Beschuss, die Schilde der Station sind runter auf 30 Prozent und im unteren Sektor werden sie bald völlig ausfallen“, kam die Stimme von Alisha der Bolianerin, welche die aktuellen Daten an der OPS abrief.

„Wie lange noch bis zur Ankunft?“
K’Orak schaute auf seine Anzeigen.
„Sechs Minuten Captain.“
Wikland blickte zu van Dyke an seiner Rechten.
„Commander“, sagte er mit einem fordernden Unterton in der Stimme und van Dyke begriff, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen war. Er übernahm die Leitung der Aktion. Ihm war klar, dass der Captain ihn mit dieser Aufgabe testen wollte, aber er hatte sich gut auf diese Situation eingestellt. Alles was er wissen musste hatte er sich in seinem Kopf bereitgelegt, so dass er es nur noch abrufen musste.

„Ramirez, verzögern Sie auf Warp 2. Alarmstufe Rot, Schilde hoch, Phaser und Torpedoabschussrampen klar zum Gefecht, alles auf die Kampfstationen...“

Schlagartig war die Brücke erfasst von fieberhafter Geschäftigkeit. Der Turbolift öffnete sich und zusätzliche Sicherheitsleute mit Phasergewehren nahmen Ihre Plätze auf der Brücke ein.

Ein medizinischer Offizier sowie zwei weitere Crewmitglieder zur Verstärkung der taktischen- und der Sicherheitsstation folgten Ihnen und platzierten sich an den rückwärtigen Computerterminals.
Das Licht dunkelte ab und die roten Leuchtbänder in der Wand flammten auf während gleichzeitig der akustische Alarm erklang.
„Computer, Audio aus.“, gab van Dyke weitere Anweisungen,
„Shuttlehangar eins, starten Sie die Kampfrunabouts nach Muster Wikland Alpha drei.“

„Hier Shuttlehangar eins, Runabouts ausgeschleust.“, kam die Rückmeldung vom leitenden Offizier Otumbwe kurz darauf.
„Piloten bestätigen Muster Wikland Alpha drei“, rief Carah Pehl von der Kommunikationsstation.
Von diesem Moment an ging alles Schlag auf Schlag.
Alle Flugdaten wurden nochmals geprüft und geringfügige Kurskorrekturen vorgenommen.

Die ALEXANDRIA steuerte mitten auf die Angriffsformation zu, die in ständigen Wellen auf die Station Merlin zustürmten.
Auf den Bildschirmen der Wissenschaftsstationen wurden ständig die aktualisierten Sensorenwerte angezeigt und die aktivierten Abwehrsysteme zeigten durch nervös blinkende Leuchtfelder auf den Bediendisplays Ihre Bereitschaft.
„Ramirez, gehen Sie unter Warp. Nachricht an die Runabouts, Sie sollen die Zielerfassung auf die Schiffe einstellen,
welche die Station aktiv angreifen, und nach eigenem Ermessen feuern. Lieutenant Ran, das gilt auch für Sie“, schloss van Dyke seine Befehle.

„Anweisungen bestätigt.“, rief Carah von der Kom-Station und im selben Moment verschwanden die Warpsterne auf dem Schirm und man sah die Station Merlin die von zirka 30 Kampffliegern umgeben war.
Ramirez hatte die Verzögerung so geschickt programmiert, dass die ALEXANDRIA in einer günstigen Position zwei Kilometer vor und fünf Kilometer unterhalb der Station auftauchte.
Damit war das Überraschungsmoment auf der Seite der Sternenflotte. Der Kampf über Ihnen tobte bereits in voller Stärke.
Jedes Mal wenn ein Angriffsjäger seine Phasersalven gegen die Station geschleudert hatte, drehte er ab und der Nächste rückte nach. Die Jäger zogen sich kurz zurück, formierten sich neu und flogen in immer wiederkehrenden Wellen auf die Station zu.

Die Runabouts und die ALEXANDRIA machten einen Schwung nach oben und stießen auf die Angreifer zu.
Erste Phaserstrahlen zuckten von der oberen und unteren Phalanx des Föderationsschiffes sowie der Runabouts und trafen die Angreifer, deren Schilde bei derartig starkem Beschuss schnell nachgaben.
Sie brachen verwirrt Ihre Angriffe ab und drehten bei um sich neu zu formieren.
Ran Byrell hatte die Zielerfassung mit den Kurzstreckensensoren gekoppelt und ließ nun aus den Torpedoabschussrampen der Moduleinheit eine Salve nach der anderen auf die einzelnen Schiffe los.

Der erste Torpedo traf einen kleinen Jäger und riss ihm das Heck weg. Das Schiff kam ins Trudeln und krachte in einen alten Erzfrachter, der sichtbar umgebaut und mit mehreren Geschützen ausgestattet war.
An der Einschlagstelle entwich ein riesiger Feuerball ins kalte All.
Anscheinend war der Antrieb oder ein Treibstofftank getroffen worden. Teile der Außenhülle platzten weg und man konnte sehen, dass auch dieses Schiff keine Chance mehr hatte.
Zwei weitere Torpedos trafen die ineinander steckenden Schiffe und rissen sie in tausend kleine Fetzen, die in alle Richtungen zerstreut wurden.
„Ramirez, bringen Sie uns zwischen die Station und die Angreifer“, rief van Dyke dem jungen Mann an der Conn zu.

„Aye Commander, wir drehen bei.“, erwiderte Ramirez und die ALEXANDRIA glitt in einem eleganten Bogen zwischen die Fronten.
Die Angreifer stellten sofort ihre Taktik um und nahmen das Föderationsschiff unter Beschuss.
Phaserstrahlen zuckten aus den Emitterringen des Diskussegments und des Moduls und legten den Antrieb und die Waffenphalanx einiger Schiffe lahm.
Die ALEXANDRIA bot zwar ein neues Ziel, aber dennoch ließen die Gegner nicht von der Station ab.

Zwei kleinere Jäger kamen auf die ALEXANDRIA zu und feuerten Phaser und Mini-Torpedos ab.
Auf der Brücke konnte man einen deutlichen Ruck spüren, als die Geschosse auf die Schilde trafen.
„Vordere Schilde bei 95 Prozent und halten!“, rief der Sicherheitsoffizier, der die Defensiveinrichtung auf dem Computer überwachte.
Ran Byrell, der bajoranische taktische Offizier, fühlte sich in seinem Element und konnte endlich wieder einmal all seine sorgfältig geplanten Angriffssequenzen anwenden, die er sich im Laufe der Zeit angeeignet hatte.
An seiner Station ließ er seine Finger über die Sensorflächen der Abschusskontrolle schweben.
Das Display mit den ausgewählten Zielprogrammen zeigte mehrere Möglichkeiten und Ran handelte Instinktiv.

Sein Zeigefinger senkte sich auf eine Eintragung die neben der bürokratischen Bezeichnung ‘Ran Byrell Gamma 4’ mit dem klangvollen Namen ‚Zifferblatt’ versehen war.

Im selben Moment in dem die Jäger über die ALEXANDRIA hinwegflogen zuckten die Phaserstrahlen aus der oberen Phalanx den kleinen Schiffen entgegen.

Ran Byrell hatte die Strahlen nicht gebündelt, da bei einer solchen Geschwindigkeit eine genaue Erfassung fast nicht möglich war. Stattdessen wurde jetzt die Bedeutung des zusätzlichen Namens klar.
Als hätte man von jedem Sekundenpunkt einer Uhr einen Scheinwerfer nach oben gerichtet,
so hatte Ran Byrell ganz plötzlich Phaserstrahlen senkrecht über dem Schiff aufsteigen lassen.
Selbst für die wendigen Einmann-Jäger war ein Ausweichen auf solch kurze Distanz nicht mehr möglich und beim durchfliegen der Strahlen wurden sie zerschnitten wie Papierflieger.

Die Trümmer flogen bedingt durch die kinetische Energie weiter und verschwanden bald hinter der ALEXANDRIA in den Weiten des Raums.
Die Runabouts konzentrierten Ihr Feuer derweil auf die anderen Schiffe, die noch immer nicht die Angriffe auf die Station eingestellt hatten.
Die Amazonas verfolgte einen der Jäger, der gerade seine Torpedos abschießen wollte und Lieutenant Sinclair manövrierte das Runabout so geschickt hinter den Feind,
dass ein gut plazierter Mikro-Torpedo den Antrieb zerfetzte.
Das Schiff trieb steuerungslos weiter, blieb aber von einer totalen Zerstörung verschont.

„Schilde der Station sind runter auf 10 Prozent, die halten nicht mehr lange durch“, stellte Alisha die Bolianerin in diesem Moment fest und ihre Stimme überschlug sich fast vor Erregung.
„Gut, machen wir dem ein Ende“, sagte van Dyke,
„Lieutenant Ran, eine volle Salve mit einer Sequenz von drei Sekunden auf die beiden Großraumer,
die von den Jägern immer als Wendepunkt angeflogen werden.“
Sekundenbruchteile später verließen zwei Torpedoreihen die ALEXANDRIA.
Der erste Torpedo schlug kurz darauf mit Wucht auf die Schilde der Großraumer und die nachfolgenden schwächten die Schutzmechanismen ständig weiter, so dass der letzte Torpedo die Schilde durchdrang und voll im vorderen Bereich des einen Schiffes einschlug.

Von den über dreißig Angreifern waren bis zu diesem Zeitpunkt nur noch sieben intakte Schiffe verblieben die sich nun schnell zurückzogen.

Der Rest war zerstört oder manövrierunfähig. Der unbeschädigte Großraumer aktivierte einen Traktorbeam und zog die lädierten Schiffe in den rettenden Hangar.
„Feuer einstellen“, befahl Wikland und stand auf.
„Lieutenant Carah, stellen Sie eine Verbindung zu diesem Raumschiff her“ Er stellte sich vor seinen Stuhl und stützte die Hände in die Hüften.
Auf dem Hauptschirm erschien eine verzerrte Bilddarstellung und es war eine von Rauch durchsetzte Brücke zu sehen.
Im Hintergrund waren einige Besatzungsmitglieder damit beschäftigt auflodernde Flammen niederzukämpfen.

Viele hatten leichte Verletzungen an Kopf und Armen davongetragen und Ihre Kleidung war zerrissen.
Überall lagen Trümmerteile herum und es waren die Rufe von weiteren Verletzten, möglicherweise eingeklemmten Personen zu hören.
Es musste sich um das Schiff handeln, dass den Torpedotreffer eingesteckt hatte.

„Hier spricht Jan Erik Wikland vom Föderationsraumschiff U.S.S. ALEXANDRIA.
Wir fordern Sie auf sich zu ergeben. Sie haben ohne provoziert worden zu sein eine Station angegriffen die der Vereinten Föderation der Planeten angehört und sich unter dem Schutz der Sternenflotte befindet.“
In dem Rauch auf der Brücke des gegnerischen Schiffes tauchte das Gesicht eines Mannes auf, das blutverschmiert und verschwitzt war.

„Sie wissen doch gar nicht um was es geht, hier steht der Fortbestand unserer Rasse auf dem Spiel und die Spinner auf der Station haben dieser Terrorregierung Schutz gewährt.
Sie sind genauso Schuld an den Verbrechen, die an unserem Volk begangen werden wie die Repräsentanten der Regierung die sich auf der Station verkriechen.

Wir kommen wieder, und dann werden wir unser Volk endgültig von diesen Verbrechern befreien. Wenn es nötig ist, werden wir auch Sie überwältigen.“
Die Verbindung wurde unterbrochen und im selben Moment verschwanden die Schiffe der Angreifer mit einem Blitz in der Warpgeschwindigkeit.

„Captain sie ziehen sich zurück, sollen wir sie verfolgen?“, das war die Stimme von Lt. Sinclair, der die Amazonas in einem weiten Bogen um die Station gesteuert hatte und gerade in richtiger Position war um zu Beschleunigen.
„Negativ Amazonas, kommen Sie zurück zur ALEXANDRIA wir müssen zunächst nach der Station sehen. Lt. Ramirez, schwenken Sie in einen Standardorbit ein.“

Der Blick von Wikland fixierte den Hauptschirm, auf dem die Schrecken des Gefechtes ihre grausamen Spuren hinterlassen hatten.
Trümmerteile verschiedener Schiffe schwebten durch den Raum, manche davon glühten noch immer.
Einige herausgerissene Bedienkonsolen die aus den Brücken- oder Maschinensteuerungen stammten trudelten durch den Raum und die heraushängenden Enden der Kabelverbindungen sprühten gelegentlich einige Funken, eine Folge der Restenergie, die langsam zum Erliegen kam.

Ein leerer Raumanzug schwebte vorbei, und der Captain überlegte, ob seine Entscheidung richtig war, sofort und ohne Warnung anzugreifen.
„Schadensberichte!“, wandte sich Roger van Dyke an Carah Pehl, die sofort die Anweisung weitergab und bereits nach wenigen Sekunden die ersten Anzeigen von Ihrem Display ablas.

„Alle Decks an Bord der ALEXANDRIA klar, keine Verletzten.
Die Rio Oro meldet den Ausfall eines Schildgenerators und in der Phasersteuerung ist durch die Rückkopplung der Tangentialkompensatoren eine Energiekupplung durchgebrannt.
Das Team repariert bereits und wird dann auf den Reserve-Schildgenerator umschalten.“
Roger van Dyke drehte sich zu Andy Duke:

„Lt. Commander, die Runabouts sollen bis zu einem Umkreis von 5000 Kilometern um die Station Patrouille fliegen. Fünf weitere Shuttles sollen den näheren Umkreis absichern. Gehen sie auf Alarmstufe Gelb.“

Sofort wechselten die Leuchtbänder der Brücke auf ein gelbes Licht und der Herzschlag der Crewmitglieder normalisierte sich langsam wieder.

„Lt. Carah, stellen Sie eine Verbindung zu Commander Nicolai Graves her.“
Die Bajoranerin nickte kurz, während Sie Ihre Station bediente.
„Tut mir Leid Commander, das Störfeld ist wieder aktiv, anscheinend wurde es nur kurz während des Angriffs abgeschaltet. Ich kann keine Verbindung herstellen.“

„Danke...“, sagte van Dyke und drückte seinen Kommunikator „...Lt. Keros, ist es möglich zur Station hinüberzubeamen?“
„Geht leider nicht Commander, das Störfeld beeinträchtigt auch die Transporterstrahlen, es ist sehr effektiv. Wir arbeiten aber schon an einer Überbrückung. Vielleicht können wir das Problem umgehen, wenn wir den Transporter auf eine andere Frequenz umstellen können.“, kam die Stimme des Transporterchefs aus dem Interkom.

„In Ordnung...“, erwiderte van Dyke,
„...machen Sie weiter und melden Sie sich, wenn Sie soweit sind.“ Dann wandte er sich um zu Wikland.
„Captain, es sieht so aus als müssten wir das Shuttle benutzen.“
Wikland stand noch immer vor dem Hauptschirm und schaute auf die vielen zerstörten Schiffe, die hilflos und in grotesken Positionen im All hingen.

„Ist schon gut Nummer eins, kommen Sie mit.
Mr. Duke, Sie haben die Brücke, lassen Sie die Tiefenscanner ständig nach den Angreifern suchen und benachrichtigen Sie uns, wenn sich etwas tut.
Die medizinische Crew soll zusammen mit der Sicherheit die einzelnen Schiffe anfliegen und nach Überlebenden suchen.
Lassen Sie die Überlebenden zur Sicherheitsabteilung der Station bringen.“
Kurz darauf waren der Captain und Roger van Dyke im Turbolift verschwunden und auf dem Weg zum Shuttlehangar.


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