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Trugbilder von Harald Latus

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Es waren genau 2,7 Stunden vergangen, als die Dalerianer die ALEXANDRIA erneut kontaktierten.

Die Brückencrew war damit beschäftigt zusätzliche Informationen zu ermitteln, K’Orak hatte alle möglichen Sensorscans durchgeführt um die Mannschaftsstärke sowie die Struktur des Schiffes möglichst genau zu analysieren.
Der Vulkanier Sermin checkte nochmals den Antrieb sowie die Waffen und die Energiesignaturen der Sigortaan um eventuelle Schwachpunkte herauszufiltern.
Roger van Dyke übernahm die Aufsicht auf der Brücke und der Captain hatte sich in den letzten zwei Stunden in seinen Bereitschaftsraum zurückgezogen um über die bestmögliche Antwort zu entscheiden.
Auf dem Hauptschirm erschien das bereits bekannte Bild mit den drei Repräsentanten der Dalerianer und Roger van Dyke tastete an seinen Kommunikator

„Captain, unsere neuen Bekannten haben wieder Kontakt zu uns hergestellt, bitte kommen Sie auf die Brücke.“

Im selben Moment öffnete sich die Tür des Bereitschaftsraumes mit einem leisen Zischen und der Captain betrat die Brücke begleitet von den üblichen Meldungen des Sicherheitspersonals.
Karthofeen, der Alvat des anderen Schiffes hatte bislang noch nicht die Stimme erhoben, da auf der Brücke der ALEXANDRIA noch einige kurze Wortwechsel zwischen den Wissenschaftsoffizieren stattfanden.

Nachdem völlige Stille eingetreten war und sich alle auf die Kommunikation konzentrierten begann Karthofeen indem er die bereits bekannte Frage noch einmal wiederholte.
„Captain Wikland, Warum sind Sie mit Ihrem Schiff in unser Hoheitsgebiet eingedrungen, bitte erklären Sie Ihr Vorgehen.“
Der Captain straffte sich und hob an seine Erklärung zu formulieren.

„Zunächst möchte ich Ihnen nochmals versichern, dass wir nur friedliche Absichten verfolgen.
Die Menschen und alle anderen Mitglieder der Föderation haben in den vergangenen Jahren versucht die Weiten des Alls zu erforschen und sind dabei auf viele Lebensformen gestoßen, welche die gleichen Interessen und Ideale teilen, wie wir Menschen.
Zusammen haben wir eine Gemeinschaft gebildet und an vielen Stellen im All in unseren eigenen Hoheitsgebieten Stationen, Niederlassungen, Siedlungen und Beobachtungsposten aufgebaut.

Eine dieser Stationen ist in Not und wir haben den kürzesten Weg gewählt um ihr zu helfen. Hierbei wussten wir nicht, dass dieser Bereich des Alls von Ihnen beansprucht wird.“
Wikland hatte sichergestellt, dass so viele fremdrassige Crewmitglieder auf der Brücke Dienst hatten wie nur möglich.
So deutete er während seiner Rede auf K’Orak den Klingonen, Lieutenant Alisha die Bolianerin,
Sermin den vulkanischen Wissenschaftsoffizier, selbst Lt. Commander Corbal Mor den Trill und Lock den Benziten aus der Wissenschaftsgruppe hatte er für die umfangreichen Sensorscans auf die Brücke beordert und nun wurde der eigentliche Grund dieser Auswahl klar.
Da die Mitglieder dieser Völker ganz besondere unterschiedliche äußere Merkmale besaßen war es leicht die Vielfalt der Rassen und die friedliche Koexistenz zu demonstrieren, auch wenn das letztere nicht in allen Fällen leicht zu erhalten war.

„Wir hoffen, dass Sie unsere Beweggründe verstehen und akzeptieren und bitten Sie um die Erlaubnis Ihr Gebiet durchqueren zu dürfen.
Desweiteren möchten wir gerne in einen intensiveren Kontakt mit Ihrem Volk eintreten, nachdem wir unsere derzeitige Aufgabe erfüllt haben.
Sofern Sie unserer Bitte nicht entsprechen können oder wollen, sind wir bereit auf gleicher Route Ihr Gebiet zu verlassen wie wir es erreicht haben.
Nachdem Sie uns die Ausdehnung Ihres Hoheitsgebietes übermittelt haben, werden wir uns bemühen es zu umfliegen und eine weitere Verletzung Ihrer Anspruchszone vermeiden.

Ich möchte Sie bei dieser Gelegenheit auch gerne auf unser Schiff einladen...“, fuhr Wikland fort, in der Hoffnung man könne sich zunächst ein wenig besser kennenlernen und wichtige Informationen über die neue Rasse erfahren.

„...wir könnten dann die offenen Fragen gemeinsam und in angenehmerer Atmosphäre besprechen.“

Nachdem der Captain geendet hatte, trat für einige Sekunden völlige Stille ein, bevor sich Karthofeen mit seinen beiden Kollegen Trelluut und Palatiin zu beraten schien,
wobei zum Teil einige Bewegungen der Köpfe und Gesten der Arme zu sehen waren, die nach menschlichem Ermessen entweder Unverständnis oder Ablehnung signalisierten.

Viele der Gesten schienen Teil einer Zeichensprache zu sein, die mit Zisch- und Schnarrlauten ergänzt wurden. Der Universalübersetzer blieb stumm, eine solche Verständigung war er nicht in der Lage zu interpretieren.
Nach einer Weile wandte sich Karthofeen wieder dem Captain zu und antwortete.

„Ihre Erklärung ist immer noch unzureichend, Sie konnten uns keinen ausreichenden Grund nennen, warum Sie in unser Gebiet eingedrungen sind.
Wir können Ihnen daher nicht gestatten Ihre Reise fortzusetzen. Sie werden Ihre Position halten und warten bis wir unsere abschließende Bewertung getroffen haben, ob Sie für unser Volk eine Gefahr darstellen oder nicht.
Sofern Sie den Versuch machen, uns anzugreifen oder sich zurückzuziehen werden wir nicht zögern entsprechende Maßnahmen einzuleiten.
Sollten Sie Ihren Ausführungen noch etwas hinzufügen wollen, können Sie uns jederzeit kontaktieren. Erwarten Sie unsere Entscheidung in 2 Perioden.“

Damit verschwand die Bilddarstellung und die Ansicht des Raumschiffes erschien wieder auf dem Schirm.

„Verdammt,...“, entfuhr es Wikland,
„...genau das wollte ich vermeiden. Hören die uns überhaupt zu?“

Der Captain ballte die rechte Hand zur Faust und man konnte regelrecht sehen wie er innerlich mit seinem nordischen Temperament kämpfte und nur mit Mühe gelang es Ihm seine Ruhe zu wahren.
Mit langen Schritten war er auf dem Weg zum Besprechungsraum und bedeutete mit einer Geste des linken Armes, dass ihm seine Führungsoffiziere folgen sollten.

Nachdem alle Platz genommen hatten richtete er sich als erstes an Tara Inana Anu’U um Ihren Eindruck von den Dalerianern zu erfahren.

„Bitte erklären Sie uns, was Sie während unserer Unterhaltung über die neue Rasse erfahren konnten.“, übergab Wikland das Wort an Sie.

Tara machte zunächst eine schöpferische Pause, richtete ihr schwarzes Kleid an dem mehrere silberne Stoffteile drapiert waren und nahm eine bequemere Position ein.
Erst als sie sicher war, dass sie die volle Aufmerksamkeit aller Anwesenden hatte, begann Sie mit Ihren Ausführungen.

„Während Ihrer Erklärung habe ich feststellen können, dass die fremden Wesen sehr verwirrt waren, die Informationen waren nicht ausreichend, um ihnen ein umfassendes Bild unserer Lebensformen und unserer Absichten zu vermitteln...“

Der Captain blickte sie verständnislos an,
„Aber ich habe doch bewusst die anderen Rassen angesprochen und unsere Situation nochmals klar erläutert.“, erwiderte er und ließ seine rechte Hand auf dem Tisch wieder eine leichte Faust bilden.

„...das schon, aber die von Ihnen gewählten Worte und Ausführungen klingen nach der Übersetzung in die Sprache der Dalerianer nur noch wie Abkürzungen wie UFP für United Federation of Planets, oder TDF für Trägheitsdämpfungsfeld.
Sie konnten den Sinn Ihrer Mitteilung nicht erfassen. Die Sprache der Dalerianer ist weitaus umfangreicher und weitschweifender als die unsere.
Sie benutzen sehr komplexe Laute und Kombinationen mit Gesten um ganze Erzählungen zu artikulieren, die vom Universalübersetzer für uns in kurze klar verständliche Worte übersetzt werden, möglicherweise ist das Sprachkonvertierungsprogramm aber nicht in der Lage aussagekräftige dalerianische Sätze zu bilden.“

Der Captain schaute zu Sermin, K’Orak und den anderen Wissenschaftsoffizieren hinüber. Ihm war klar dass es nicht einfach werden würde ein so ausgefeiltes System so zu erweitern, dass es auch diese Hürde nehmen konnte.

„Können wir eine Änderung am Übersetzer vornehmen, die eine korrektere und verständlichere Kommunikation ermöglicht?“
Er hoffte inständig auf eine Zustimmung oder wenigstens auf ein ‚Vielleicht’, wurde aber leider enttäuscht.

„Das ist leider nicht möglich...“, antwortete der Vulkanier
„... dazu müssten Sie zusätzlich einige der Gesten benutzen, deren Bedeutung uns nicht bekannt ist.
Die einzige Möglichkeit, die uns offensteht - wie soll ich es beschreiben - ist eine mit vielen farbigen Metaphern ausgeschmückte Rede, wie sie von den Politikern der alten Regierungen auf der Erde häufig gehalten wurde.
Wenn ich mich richtig erinnere, wurden dort teils stundenlange Monologe geführt, deren Inhalt unter logischen Gesichtspunkten mit nur wenigen Worten effizient hätten beschrieben werden können.“

„Welche anderen Option haben wir?“, wollte Wikland wissen. Er konnte und wollte es einfach nicht wahrhaben, dass die Situation keine anderen Lösungswege gestattete.
Selbst eine militärische Lösung wäre ihm recht gewesen, wenn er nur etwas hätte tun können, bei dem er seine vorhandenen taktischen Fähigkeiten besser einsetzen konnte.

K’Orak, der die ganze Zeit geschwiegen hatte, aktivierte das Wanddisplay und die Eckdaten der Sensorenauswertungen erschienen auf dem Schirm.
Er stand langsam auf, ging zum Display und mit einer grimmigen Mine interpretierte er die wenig erfreulichen Daten. Ihm war klar anzusehen, dass es ihm nicht behagte, die festgestellten Daten zu interpretieren. Klingonen kannten keine Angst. Sie hatten nur die Ehre vor Augen und Loblieder für vergangene Schlachten auf den Lippen. Sie würden auch in Unterzahl oder bei weit überlegenen Gegner lieber Kämpfen und untergehen, als den Rückzug antzutreten. Aber diese verweichlichten Menschen und ihre Föreration kniffen immer den Schwanz ein wenn es andere Lösungen gab und die gab es fast immer.
Das Display zeigte eine Übersicht der Scanergebnisse.

„Ihr Schiff ist deutlich schneller als das unsere.
Die Energie für die Strahlungswaffen übersteigt wie bereits vermutet unsere gesamte Energiekapazität, andere Waffensysteme sind auch jetzt noch nicht feststellbar, aber mit Sicherheit vorhanden.
Ein Traktorstrahlsystem haben wir nicht gefunden, Vorhandensein von diversen Alternativsystemen ist allerdings sehr wahrscheinlich.
Die Schiffshülle und die Schilde bieten keine Angriffsmöglichkeiten, die uns einen markanten Vorteil verschaffen könnten.
Selbst bei maximalem Waffen- und Energieeinsatz könnten wir aller Voraussicht nach keine wichtigen Systeme an diesem Schiff außer Kraft setzen.

Die Wirkung unserer Surapht- und Quantentorpedos auf die Schilde und die Energieform des fremden Schiffes sind nicht bestimmbar.
Es ist jedoch davon auszugehen, dass bei dieser Energiemenge weder die Subraumverzerrung zur Energieneutralisierung genutzt werden kann noch die Subraumtransportmethode von Sprengkörpern durch die Schilde funktioniert.
Ein weiteres Problem ist, dass wir die Quelle für diese immense Energie auf dem fremden Schiff nicht lokalisieren können.

Einziger Schwachpunkt ist die interstellare Sensorenleistung, die im Gegensatz zu unserem Schiff klar unterlegen ist.
Die Dalerianer arbeiten hauptsächlich mit visuellen Systemen um Vorgänge außerhalb des Schiffes wahrnehmen zu können.
Sowohl bei einem Kampf als auch bei einem Rückzug würden wir auf jeden Fall unterliegen.“, schloß K’Orak seine Ausführungen, blieb aber für eventuelle weitere Fragen am Wanddisplay stehen.

Roger van Dyke beugte sich vor und fuhr sich mit der rechten Hand durch seinen Bart.
„Das heißt, wir können Sie nicht überzeugen, können nicht kämpfen und nicht entkommen.“, fasste er die enttäuschenden Fakten in klare kurze Worte.

„K’Orak, konnten Sie feststellen, was die Crew während der Unterhaltung von Captain Wikland und Karthofeen gemacht hat?“ van Dyke suchte nach einem Schlupfloch und war gerade dabei seine Fühler auszustrecken um das Terrain auszuloten. Er erinnerte sich an einige Angaben, die er beim ersten Kontakt mit Mühe zusammengestellt hatte.

K’Orak schaltete die Darstellung des Bildschirms auf ein Zeitdiagramm um, auf dem einige Linien untereinander zu sehen waren.
„Dieser Analyse ist zu entnehmen, dass während der Kommunikation lediglich die energieerzeugenden Systeme durch Signaturänderungen darauf hinweisen, dass sie durch Personal bedient, umgestellt oder aktiviert worden sind.
Alle anderen Systeme wie Sensoren, Waffen oder Defensivsysteme wurden nicht verändert.“, erklärte der Klingone, wobei er auf die einzelnen Diagrammlinien deutete und zusätzliche Informationen über die Mannschaftsstärke in der Zentrale des gegnerischen Schiffes gab.

„Das heißt, wir könnten eventuell während eines Gespräches einen Überraschungsangriff durchführen?“, fragte Jefferson, die bislang gespannt zugehört hatte und in ihrer Eigenschaft als Ingenieur die Energiewerte des fremden Schiffes mit Ungläubigkeit vom Display abgelesen hatte.

„Nein Lt. Commander...“, antwortete Sermin,
„...zunächst einmal ist das nicht der Stil der Sternenflotte und würde wenn überhaupt dann nur im äußersten Notfall in Erwägung gezogen.
Des Weiteren sind die Systeme selbstverständlich nicht deaktiviert, sondern lediglich in einem Automatikmodus, der eine manuelle Kontrolle oder Energieregulierung überflüssig macht.
Wie K’Orak bereits erklärt hat, können wir gegen das hohe Energieniveau der Sigortaan nicht ankommen, egal auf welchem Weg wir es versuchen.“

Roger van Dyke blickte gespannt auf die dargestellten Daten der Sensorenabtastung und man konnte förmlich sehen, wie seine grauen Zellen angestrengt arbeiteten.
Während er sich immer intensiver mit den vorliegenden Informationen auseinandersetzte verblasste die Unterhaltung, die um ihn herum mit angeheizten Gemütern geführt wurde und mehrmals das für und wider einer taktischen Lösung dieses Konfliktes beleuchtete.

Vor seinem geistigen Auge erschienen markante Werte und Fakten über die Dalerianer und reihten sich zu einem Bild aneinander.
Erst als die energische Stimme des Captains wieder den Raum durchschnitt kehrten seine Sinne in die Wirklichkeit zurück und konzentrierten sich auf Wikland.

„Ich erwarte aktive Vorschläge zur Lösung dieser Situation meine Damen und Herren. Sie haben dafür vier Stunden Zeit.
Die Dalerianer werden sich in ungefähr fünfeinhalb Stunden wieder bei uns melden. Lassen Sie mir Ihre Ideen zukommen, ich entscheide dann über die Durchführung.“

Wikland erhob sich durchschritt den Raum und nachdem sich die Tür vor ihm geöffnet hatte, ging er zielstrebig auf seinen Sessel auf der Brücke zu und setzte sich.
Während die Brückenmannschaft wieder auf die Normalbesetzung reduziert wurde verließ auch Tara den Kommandobereich und nahm den Turbolift um in ihr Quartier zu gelangen. Sie war sich sicher, dass Wikland die falsche Entscheidung treffen würde. Eine solch schwierige Situation war er für Ihre Begriffe gar nicht in der Lage einzuschätzen. Glücklicherweise hatte niemand sie gefragt, ob Sie diese Aufgabe übernehmen konnte, denn ihr war bei der letzten Unterhaltung klar geworden, dass selbst sie als höher entwickeltes Wesen keine Lösung herbeiführen konnte. Aber Wikland hatte sie nicht gefragt und so blieb es ihr erspart diese Unfähigkeit zugeben zu müssen.

Roger van Dyke der Wikland auf die Brücke gefolgt war ging auf den Platz in der Mitte zu.

„Captain, ich möchte gerne meine Variante für die Behandlung dieser Situation in aller Ruhe ausarbeiten und bitte darum mich in mein Quartier zurückziehen zu dürfen. Ich möchte zunächst noch einmal alle vorliegenden Daten vergleichen.“
Wikland nickte zustimmend mit dem Kopf und Roger van Dyke verließ die Brücke gemeinsam mit den Wissenschaftlern Corbal Mor und Lock, die zurzeit nicht mehr benötigt wurden.

* * *

Roger van Dyke nahm zuerst einmal ein Duschbad, damit er die Anspannung der letzten Stunden aus seinem Körper vertreiben konnte. Nachdem er sich einen leichten Freizeitanzug übergestreift hatte nahm er an seinem Terminal Platz, und gab dem Schiffscomputer seine Anweisungen.

„Computer, aktiviere Audiosystem und beginne mit dem Playback von >Waiting for Cousteau< von Jean Michel Jarre, Lautstärke 15 Prozent.
Stelle alle Daten über die Dalerianer zusammen, die aus früheren Kontakten sowie unseren aktuellen Gesprächen und den Sensorenscans vorliegen“.
Kurz darauf erklang eine leise entspannende Musik, die mit flächigen Klängen einen guten Kontrast zu der nun geforderten hohen Konzentration bot. Es war das Lieblingsstück von van Dyke, welches er immer dann auswählte, wenn er schwierige Aufgaben genau analysieren wollte.

Auf dem Computerdisplay erschienen die Dateinamen mit kurzen Inhaltsangaben und füllten mehrere Seiten an Text.
Roger sichtete eine Datei nach der anderen und erzeugte Querverweise zu einer Tabelle in der er alle Fakten zusammentrug, die sich negativ für die ALEXANDRIA darstellten.
Eine weitere Tabelle enthielt alle Informationen, die sich eventuell positiv für eine Strategie verwerten ließen.

Aus seinen eigenen Datenblättern fügte er die nach seiner Meinung wichtigen Positiveigenschaften der ALEXANDRIA sowie die verfügbaren Technologien an Bord hinzu.
Schon nach wenigen Minuten fiel die Gewichtung deutlich zu Gunsten der Dalerianer aus und nur wenige Details verblieben, die für eine Lösung des Problems nutzbar waren.
Van Dyke erinnerte sich an die Frage von Jaqueline Jefferson, ob man nicht einen Überraschungsangriff während eines Gespräches starten sollte, was natürlich nach Sichtung der gegnerischen Defensiv- und Offensivtechnologie aussichtslos erschien.

Dennoch war er sich sicher, dass hier der Weg zum Erfolg zu liegen schien. Bereits seine Überlegungen im Besprechungsraum hatten ihn zu dem Ergebnis geführt, dass lediglich ein tiefer Griff in die Trickkiste einen entsprechenden Erfolg versprach.
Allerdings hatte der Captain ihm bei seinem Dienstantritt auch unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass er eine solche Art von Problemlösungen überhaupt nicht schätzte.

Roger van Dyke ließ noch einmal die derzeitige Situation Revue passieren. Sie mussten einem Notruf der Sternenflotte folgen, der Ihre baldmöglichste Weiterreise erforderte.
Die Dalerianer waren aber wenn überhaupt, dann nur durch aufwendige ausschweifende Gespräche zu überzeugen.
Dazu müsste man Zeit haben, ein Luxus den man sich nicht leisten konnte.
„Computer, Lichtniveau auf 75 Prozent erhöhen“, ordnete Roger an.
Er hatte inzwischen mehr als zwei Stunden auf seine Auswertung geblickt, ohne dass ihm eine halbwegs angemessene Idee eingefallen war.

Roger stand auf und ging zu den Fenstern seines Quartiers, durch das transparente Aluminium war der riesige Rumpf des fremden Schiffes zu erkennen, dessen Außenteile in schiefergrauer Farbe im Licht der nahen Sonnen glänzten.

„Verdammt, man müsste einfach an zwei Orten gleichzeitig sein können. Das monotone Geschwafel was notwendig ist um unsere Ideale, Beweggründe und Absichten zu vermitteln, könnte sogar ein Taschenrechner erledigen“ sagte er zu sich selbst.

Er schaute auf den Tisch über dem die runde Schirmlampe hing, nahm einen Apfel aus der Schale mit Früchten, die in der Mitte des Tisches stand und biss kräftig hinein.
In der Wölbung der Fenster spiegelte sich die Obstschale und zeichnete sich als Geisterbild vor dem Rumpf der Sigortaan ab.

„Das ist es...“
Mit einem Ruck drehte er sich um und ging zum Terminal zurück. Er legte den Apfel zur Seite und betätigte mit geübten Bewegungen die Bedienfelder seines Computers.
Schemata von verschiedenen Sonden, technischen Ausrüstungen, Materialbeständen, Energieeinheiten und Informationen über technisches Personal flimmerten über das Display.
Wenige Minuten später hatte er eine komplette Zusammenstellung aller benötigten Mittel sowie einen Zeitplan und eine Personenliste für seine Lösung zusammengestellt.

Er war davon überzeugt, dass der Captain nur schwer von diesem Plan zu überzeugen war. Aber er war sich sicher, dass es die einzig realisierbare Lösung war.

* * *

„Herein!“, sagte Wikland, als das Türsignal ertönte. Die Tür des Bereitschaftsraumes öffnete sich und Roger van Dyke trat ein.

Ihm schlug ein kaltes Klima entgegen und er fühlte sich zurückversetzt in seine Kindheit in der er einige Tage an der Nordküste von Zentraleuropa verbracht hatte. Es fröstelte ihn aber er ließ sich nichts anmerken.
Wikland saß auf der Couch und vor Ihm auf dem Tisch lagen einige PADD’s die bereits von anderen Mannschaftsmitgliedern abgegeben worden waren, allem Anschein nach nicht mit begeisterungsfähigen Vorschlägen versehen, denn die Gesichtszüge des Captains erinnerten an einen Eisberg im Nordatlantik.

„Nun Nummer Eins, haben Sie etwas Brauchbares aus den wenigen positiven Punkten herausfiltern können, was uns vorwärts bringt?“, richtete er sich an van Dyke, der vor ihm stand und bedeutete mit einer Handbewegung, dass er Platz nehmen solle.
Roger wusste, dass der Captain niemals Resignation offen zeigen würde, aber er war ein guter Beobachter und die Bewegungen des Captains, seine Körperhaltung und vor allem die nachdenkliche Mine mit wenig Hoffnung bestätigten seine Einschätzung.

„Wenn ich mir die genialen Einfälle meiner Crew ansehe, kann ich kaum glauben, dass wir immer wieder heil nach Hause zurückkehren.
Die Vorschläge gehen von Entern des gegnerischen Schiffes, über einen umfassenden Präventivschlag mit allen Mitteln, eine völlig unerwartete Idee unseres klingonischen Austauschoffiziers, bis hin zur Aufgabe des Schiffes.
Ein anderer Vorschlag befasst sich mit einem taktisch gut geplanten Angriff mit anschließendem Rückzug von Ran Byrell. Recht interessant ausgearbeitet, aber aufgrund der unzureichenden Daten über die Defensivwaffen des Gegners wenig Erfolg versprechend.
Ein Offizier der Sensoren Workgroup ist sogar der Ansicht, die Selbstzerstörung des Schiffes sei der einzig richtige Weg. Ich muss sagen von dieser Erkenntnis bin ich weit entfernt.“

Wikland atmete tief durch und legte das PADD beiseite, von welchem er gerade die Zusammenstellung der Vorschläge vorgelesen hatte, und lehnte sich nach hinten in die Couch.

„Wie sieht es mit Ihnen aus, was können Sie mir bieten?“
Roger van Dyke zog seine Uniform glatt und begann mit seinen Erläuterungen

„Captain, zunächst möchte ich Ihnen versichern, dass ich mir Ihre Worte gut gemerkt habe, die Sie mir zu Beginn meines Dienstes hier an Bord gesagt haben.
Ich weiß dass Sie eine Abneigung gegenüber theoretischen Lösungen haben, die aus der Trickkiste stammen. Viele Optionen bleiben uns nicht.
Ich bin mir auch bewusst, dass Ihnen dieser Vorschlag absurd vorkommen wird, bitte Sie aber dennoch Ihn wohlwollend zu überdenken.
Er erfordert meiner Meinung nach nur ein minimales Risiko und gibt uns Gelegenheit sowohl diese Situation, als auch unsere Rettungsmission zeitgleich erfolgreich abzuschließen.“
Wikland taxierte seinen ersten Offizier mit ernstem Blick, bevor er langsam antwortete.

„Nun wenn uns dieser Plan eine echte Chance bietet bin ich gerne bereit ihn mir anzuhören Commander.
Ich habe zwar meine Prinzipien, aber ich bin nicht uneinsichtig.
Übrigens habe ich inzwischen aus zuverlässiger Quelle erfahren, dass Ihre gelegentlichen, sagen wir mal kreativen Ideen, bislang immer zum Erfolg geführt haben. Lassen Sie hören was Sie anzubieten haben.“

Roger van Dyke holte etwas aus um seine Absichten besser zu erläutern und dem Captain noch einmal die zentralen Punkte für das Gelingen dieses Planes vor Augen zu führen.
„Aus unseren Sensorenabtastungen wissen wir, dass die Mannschaftsstärke auf der Sigortaan 753 Individuen beträgt.

Wir wissen, dass sie sich bei einer Kommunikation fast alle auf das Gespräch konzentrieren, da sie mental verbunden scheinen und eventuelle Veränderungen im Raum hauptsächlich durch visuelle Kontrolle registrieren. Ihre Scanner liefern nur eine Minimuminformation, was als gesichert gelten kann.
Des Weiteren sind sie dafür bekannt, dass sie nie eine Rede unterbrechen, solange ein Gesprächspartner das Wort führt.
Diese Fakten werden wir uns zunutze machen um hier zu verschwinden und gleichzeitig die Dalerianer darüber aufzuklären, was unsere grundsätzlichen Ziele sind.“
Wikland blickte van Dyke ungläubig und gleichzeitig ernst an.

Trotz seiner langjährigen Praxis im Umgang mit Menschen und fremden Rassen konnte er nicht einschätzen ob ihn sein erster Offizier verschaukeln wollte oder einen ernsthaften Vorschlag unterbreitete.
Zumindest ließen die Stimme und die Emotionen im Vortag seines Ersten erkennen, dass dieser es wohl vollkommen ernst meine.
Wikland ließ sich seine Skepsis nicht anmerken und versuchte seiner Frage einen interessierten und unbefangenen Klang zu verleihen als er sich an van Dyke wandte:

„Und wie wollen Sie das anstellen, wenn ich mir die Frage erlauben darf?
Die schießen uns in Stücke oder jagen uns bis zum Rand des Universums wenn Sie unser Verschwinden bemerken.“

„Genau das ist der Punkt“ erwiderte van Dyke.

„Hier kommt meine Idee ins Spiel. Nach meinen Informationen ist es möglich eine Sonde der Klasse 10 mit einer Phaserenergiezelle einem starken externen Holoemitter sowie einer phasenparallelen Energieantenne zu versehen.
Wir würden eine soweit modifizierte Sonde aussetzen, die ein holographisches Bild unseres Schiffes erzeugt, das seine Position hält.“

Wikland nahm einen Schluck aus seinem Glas mit Fruchtsaft, dass er sich gerade eingeschenkt hatte, und hielt die Karaffe mit dem Saft über van Dyke’s Glas, der kurz nickte woraufhin Wikland das Glas bis zur Hälfte füllte.

„Commander, mir ist nicht bekannt, dass eine Sonde, sei sie auch mit einer Phaserenergiezelle ausgestattet, eine solche Energiemenge erzeugen kann um ein Hologramm in der Größe der ALEXANDRIA zu manifestieren.
Ich glaube da greifen Sie, wie man so schön sagt, nach den Sternen.“

Roger van Dyke hatte diese Reaktion vorhergesehen und wandte sich an den Computer:
„Computer, zeige Hologrammschema van Dyke zwei und ergänze um die Animationen der taktischen Darstellung“
Über dem Tisch entstand eine dreidimensionale Lichtprojektion, welche die Position der ALEXANDRIA und der Sigortaan in entsprechendem Maßstab zeigte.

Im Verlauf der Simulation wurde von der ALEXANDRIA eine Sonde unter dem Schiff abgesetzt und erzeugte ein positionsgleiches Abbild der nebula Klasse, dann beschleunigte das Föderationsschiff und zurück blieb die Sonde, die als kleiner gelber Punkt angezeigt wurde sowie ein durchsichtiges Abbild der ALEXANDRIA.

„Selbstverständlich wird unser Schiff lediglich als Lichtreflektion der Außenhülle bestehen und als Sicherheit werden wir die Sensoren der Sogortaan mit genau den Daten füttern, die Sie anzeigen sollen.
Durch die Antenne können wir sowohl die Energiesignatur unseres Schiffes simulieren, als auch eine holographisch erzeugte Bildkommunikation aufbauen, die mittels einer Darstellung von Ihnen und einigen Brückenoffizieren einen Vortrag auf den Schirm der Dalerianer projiziert.
Wir könnten zum Beispiel die Prinzipien der Föderation und die Interpretationen der obersten Direktiven der Sternenflotte in der Fassung von Edgar P. Belter verlesen, alles in allem vier Wochen ununterbrochenen Vortrages.

Das dürfte selbst für die Dalerianer ausführlich genug sein, und wenn Sie tatsächlich keinen beim Reden unterbrechen, gibt uns das genug Zeit um unsere Aufgabe zu erledigen und wieder unbemerkt zurückzukehren.“

„Was macht Sie so sicher, dass Karthofeen und seine Leute nichts bemerken werden?“
Wikland wollte wissen, ob diese verrückte Idee tatsächlich durchdacht war und keine Lücken aufwies, die ihnen zum Verhängnis werden konnten.

„Das läßt sich anhand der uns vorliegenden Sensorenwerte recht genau bestimmen.
Die Technik der Dalerianer ist im Bezug auf Sensorik weit geringer entwickelt als die unsere.
Sie sind in der Lage unser Schiff zu scannen, erhalten allerdings nur wenig aussagekräftige Daten.
Die hierfür notwendigen Energiesignaturen, Lebenszeichen und Bewegungsdaten können wir leicht durch ein dreidimensionales Energiegitter simulieren.

Auf den Bildschirmen wird unser Schiff aussehen wie vorher und auch die optischen Systeme stellen uns genau so dar wie wenn jemand aus dem Fenster sieht.
Solange keiner aussteigt und versucht unser Schiff anzufassen wird keiner die Täuschung bemerken.
Einziger Risikofaktor ist, dass wir aus dem Stand auf mindestens Warp 2 beschleunigen müssen. In diesem Moment erscheint durch unseren Abflug ein elektronisches Echo auf Ihren Schirmen.

Wenn aber zu diesem Zeitpunkt bereits die Holosimulation der Vorlesung läuft, könnte Ihnen dieser Umstand aufgrund der gemeinsamen Konzentration auf die Unterhaltung entgehen.
Sollten Sie nach einiger Zeit tatsächlich ungeduldig werden und den Schwindel entdecken, haben wir schon einen sicheren Vorsprung, der nicht mehr vor dem Föderationsgebiet von Ihnen aufgeholt werden kann.“

Wikland schaute auf die Simulation die in regelmäßigen Abständen vom Rechner wiederholt wurde und nahm einen weiteren Schluck Fruchtsaft. Er musste sich erst noch daran gewöhnen seine Vorgehensweise mit einer solchen List in Einklang zu bringen. Der Captain war ein gradliniger Mensch und ließ in der Regel keinen Zweifel daran, dass seine Taten ebenso klar und erkennbar integer waren.

Dann stand er auf ging zum Fenster und blickte hinaus in die Sterne.
Nach einer schier endlos wirkenden Weile fragte er van Dyke ohne seinen Blick vom Sternenpanorama abzuwenden:

„Wie sicher sind Sie, dass dieser Plan gelingen wird, wenn ich Ihnen meine Zustimmung dafür geben würde?“

Van Dyke hatte sich auf der Sitzgruppe zum Captain umgedreht und erhob sich langsam. Er trat hinter den Captain und blickte mit Ihm in die Unendlichkeit.
„Wie sicher sind Sie, dass alle taktischen Manöver der Sternenflotte im tatsächlichen Kampfeinsatz funktionieren?“, stellte er eine rhetorische Gegenfrage und fügte nach einer kurzen Pause hinzu

„Wir beide wissen doch nur zu genau, dass es hier draußen keine Garantien gibt.
Wir treffen unsere Entscheidungen orientiert an Fakten, Computerdaten, logischen Erwägungen oder Empfehlungen anderer Personen.
Aber letztendlich kommt die Entscheidung von unserem Herzen und aus dem Bauch, der uns verrät ob wir dabei ein gutes oder ein schlechtes Gefühl haben, nicht wahr?“

Diese wirklich ehrliche Antwort erstaunte den Captain. Er hatte erwartet, dass sein Offizier seine eigene Leistung ihm so gut und hübsch wie möglich verkaufen wollte.
Aber das Gegenteil war der Fall. Van Dyke war klar, dass es ein gewagtes Spiel war und genau das hatte er dem Captain mit diesen Worten bestätigt.
Das Ansehen und der Respekt für den neuen Offizier stiegen in Wiklands Meinung um einige Punkte.

Für einige Sekunden blickten beide stumm nach draußen bevor Wikland mit leiser Stimme antwortete.

„Da haben Sie Recht Nummer eins, und es wird uns weiß Gott nicht leicht gemacht diese Entscheidungen zu treffen.“
Der Captain drehte sich zum Tisch über dem noch immer die Simulation lief.
„Wie lange brauchen Sie um die Vorbereitungen zu treffen?“
Van Dyke zog ein PADD aus der Tasche, aktivierte es und reichte es dem Captain.

„Wie ich sehe haben Sie bereits festgelegt, wer Ihnen bei dieser besonderen Modifizierung zur Hand gehen soll, ich muss sagen Sie haben sich hervorragend vorbereitet und auch bei der Personalwahl eine glückliche Hand bewiesen.
Selbst die benötigten Materialien haben Sie bereits lokalisiert und bereitlegen lassen, sind Sie sich so sicher, dass ich den Plan genehmigen werde?“, wollte Wikland wissen.

„Das nicht Captain, aber wie Sie bereits richtig erkannt haben ist gute Vorbereitung bei zeitkritischen Problemen ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg. Bei Ihrer Zustimmung benötigen wir nicht mehr als 40 Minuten um die Sonde entsprechend umzubauen.“

Roger van Dyke war zufrieden mit seiner Arbeit. Er hatte einen seiner Meinung nach guten Vorschlag ausgearbeitet und alle nötigen und im Voraus planbaren Vorarbeiten bereits erledigt.
Selbst wenn der Captain einer anderen Lösung den Vorrang geben sollte, so hatte er doch das erste Mal den Eindruck, dass der Captain seine Bemühungen anerkannte.
Ein erster Schritt in die angestrebte Richtung.

„Vielen Dank Commander, ich werde mir noch einmal alle Vorschläge ansehen und meine enge Auswahl mit Ihnen und Andy Duke besprechen.
Danach treffe ich meine Entscheidung. Bleiben Sie auf der Brücke, ich werde Sie in wenigen Minuten kontaktieren.“

Roger van Dyke sah dem Captain deutlich an, dass er an der bevorstehenden Entscheidung schwer zu tragen hatte.
Wikland machte sich seinen Job nicht leicht. Sicherlich würde er jetzt über die Folgen der einzelnen Lösungen für die Crew und die Zivilisten nachdenken und abwägen, wo das geringste Risiko lag.
Roger war auf die Entscheidung des Captains sehr gespannt. Er verabschiedete sich und als die Tür zur Brücke aufglitt hatte sich Wikland bereits wieder gesetzt und sortierte die PADD’s, die auf dem Tisch lagen.

* * *

Es dauerte tatsächlich nicht lange,
bereits nach wenigen Minuten meldete sich Captain Wikland und Roger van Dyke und Andy Duke betraten den Bereitschaftsraum.

Der Captain saß noch immer in der Sitzgruppe und hatte die PADD’S zu einem großen und einem kleinen Stapel ordentlich zurechtgelegt.

Als die beiden Offiziere vor ihm standen begann er nachdem er für einige Sekunden mit leerem Blick auf den Tisch gestarrt hatte.
„Um sicherzugehen habe ich nochmals Rücksprache mit Tara Inana Anu’U genommen, die mir bestätigte, dass die Dalerianer auch nicht durch telepathischen Kontakt von unseren friedlichen Absichten zu überzeugen sind.
Tara Anu’U konnte keine Verbindung herstellen um auf diesem Wege eine zusätzliche Kommunikationsmöglichkeit aufzubauen.“

Der Captain nahm den kleineren Stapel von drei PADD’s vom Tisch und richtete sich auf.

„Ich habe drei grundverschiedene Lösungen in die engere Wahl gezogen und ich kann Ihnen versichern, dass es mir nicht behagt, dass keiner dieser Vorschläge von mir selbst stammt. Dies macht mich vielleicht aber auch etwas objektiver in dieser besonderen Situation.
Möglichkeit Nummer eins: Wir bleiben hier, und versuchen die Dalerianer durch umfangreiche Erklärungen von unseren Prinzipien zu überzeugen und einen friedlichen Abschluss für diesen Erstkontakt zu finden.
Wir bitten die Sternenflotte ein anderes Schiff zur Station Merlin zu schicken welches hoffentlich noch rechtzeitig ankommt.

Möglichkeit Nummer zwei: Wir ziehen uns zurück unter Anwendung aller nötigen Technologien, auch auf die Gefahr hin, dass wir nicht entkommen können und die Folgen hinnehmen müssen.

Möglichkeit Nummer drei: Wir verwenden den Vorschlag von Mr. van Dyke und versuchen eine Täuschung, um uns zurückzuziehen, helfen der Station Merlin und entscheiden dann ob wir wieder hierher fliegen um den Erstkontakt fortzusetzen, sofern das noch möglich und nötig ist.“

Andy Duke, der die Vorschläge kurz überflogen hatte sagte zum Captain:

„Sir, bei allem nötigen Respekt, inzwischen sind annähernd vier Stunden vergangen, die Entscheidung zu bleiben hätten wir wenn überhaupt, dann direkt nach unserer Besprechung treffen sollen.
Der Plan mit dem direkten Rückzug stellt allerdings ein nicht unerhebliches Risiko dar, wenn man davon ausgeht, dass es die Dalerianer mit ihren Drohungen ernst meinen.“

Roger van Dyke war klar, dass er nun am Zug war und der Captain gespannt auf seine Reaktion wartete. Mit fester Stimme wandte er sich an den Captain.

„Sir, ich empfehle meinen eigenen Vorschlag. Nicht weil er von mir kommt, sondern weil ich davon überzeugt bin, dass wir durch die Täuschung einen Vorteil erhalten und das Risiko, soweit es überhaupt kalkulierbar ist, minimieren.
Wir sollten jeden Pluspunkt mitnehmen, der sich uns bietet. Im Übrigen stimme ich mit Lieutenant Commander Duke überein, alle anderen Optionen hätten wir weitaus früher wahrnehmen müssen.“

Erstmals umspielte der Ansatz eines Lächelns die Mundwinkel des Captains. Die Regung war jedoch schon nach wenigen Sekunden wieder verschwunden. Gleichwohl hatte sie Roger van Dyke genau gesehen. Der Captain schien zufrieden über die Antworten, die er erhalten hatte.

„Ich bin erfreut, dass Sie sich beide so entschieden haben,
aus Ihnen werden doch noch einmal gute und erfahrene Raumschiff Captains...“, versuchte Wikland die Anspannung ein wenig aufzulockern.
„Ich hatte mich auch schon für diesen Weg entschieden. Commander, benachrichtigen Sie die ausgewählten Leute und fangen Sie sofort an. Informieren Sie mich, wenn Sie soweit sind, dass wir starten können. ich bin in meinem Quartier.“


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