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Trugbilder von Harald Latus

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Die ALEXANDRIA hatte bereits den größten Teil des Randgebietes durchquert und näherte sich weiter mit Warp 9 ihrem Bestimmungsort.
Roger van Dyke hatte das Brückenkommando, während Captain Wikland in seinem Bereitschaftsraum die Berichte der vergangenen Schichten prüfte. Obwohl dies zu den Pflichten des ersten Offiziers zählte, war Wikland nicht davon abzubringen, sich sein eigenes Bild über die Vorgänge auf dem Schiff und die Leistungen seiner Crew zu machen.

Carah Pehl drehte sich an Ihrer Station zu van Dyke um, „Commander, ich erhalte ein starkes Kommunikationssignal das durch einen richtungsgebundenen Emitter direkt auf unser Schiff gerichtet ist.“
Van Dyke wandte sich an K’Orak,
„Können Sie feststellen, ob dieses Signal von einem Schiff oder einem Planeten abgestrahlt wird, und von welchen Koordinaten es gesendet wird?“
„Es stammt von einem Schiff in unserer Flugbahn, dass direkten Kurs auf uns hält und eine Rendezvousposition in ungefähr 5 Minuten erreichen wird.“, antwortete K’Orak nach einem kurzen Blick auf seine Konsolen.

Van Dyke berührte seinen Kommunikator.
„Captain Wikland, wir werden von einem fremden Schiff kontaktiert, bitte kommen Sie auf die Brücke.“
Noch im selben Moment öffnete sich die Tür im hinteren Bereich und Captain Wikland trat auf die Brücke.
„Captain auf der Brücke!“, rief der Wachposten während dieser bereits auf dem Weg zu seinem Sessel war und der Brückencrew die Anweisung gab:
„Alarmstufe gelb, alle Mann auf Ihre Posten, voller Stopp.“.
Wikland baute sich vor seinem Stuhl auf, zog seine Uniform glatt und gab dann Lieutenant Carah Pehl durch ein Kopfnicken die Bestätigung den Ruf auf den Hauptschirm zu legen.

Im Hintergrund flammten die gelben Leuchtbänder in den Wandpanels auf, während die Hauptbeleuchtung der Brücke abgedunkelt wurde.
Auf dem Schirm erschienen 3 Personen, die an einem Tisch saßen, der allem Anschein nach in einem Besprechungsraum zu stehen schien.
Die Wände im Hintergrund waren mit einem grauen Stoff bespannt und es waren weder technische Einrichtungen noch weitere Möbel zu erkennen.
Die Personen waren humanoide Wesen, die gegenüber den Menschen ungewöhnlich groß gewachsen waren, auch wenn kein direkter Vergleich möglich war. Der Captain vermutete es lediglich an den Proportionen der sichtbaren Körperteile.

Sie verfügten über 4 Arme und zwei Beine, wobei die Arme untereinander angebracht waren und das untere Paar deutlich kürzer war als das Obere.
Die Kopfform erinnerte stark an ein auf einen Luftballon projiziertes menschliches Gesicht.
Alle Merkmale wie Nase, Augen, Ohren und Mund waren vorhanden, es ließen sich jedoch keine Konturen ausmachen, die bei den Menschen den individuellen Charakter eines Kopfes und Gesichtes klar herausstellten.
Das Mittlere der Wesen begann zu reden und nach einigen Sekunden, in denen nur die Lippenbewegungen zu sehen waren kamen die ersten Worte aus dem Universalübersetzer.

„Wir sind Repräsentanten der Welten von Daleria, mit welchem Recht und Ziel sind Sie in den von uns verwalteten Raum eingedrungen?“

Captain Wikland straffte sich kurz und begann dann
„Mein Name ist Jan Erik Wikland, Captain des Raumschiffes U.S.S. ALEXANDRIA der Föderation der vereinten Planeten.“
Er machte ein kurze Pause, da er vermutete, dass auch sein Gegenüber erst einige Sekunden für die Sprachanpassung benötigte.
„Wir waren uns nicht bewusst, dass Sie diesen Sektor inmitten dieser Sternenhaufen und Pulsare als Ihr Territorium beanspruchen.

Wir sind auf dem Weg um unserem Außenposten am anderen Ende dieses Sektors einen Besuch abzustatten und hatten erstmals diese kürzere Route gewählt.“
Wikland fühlte sich unwohl, er hasste diese Art von Erstkontakt, in der jedes Mal eine Art Entschuldigung angeführt werden musste und meist auch noch diplomatische Schachzüge durchzuführen waren um weiterreisen zu können.

„Ihre Rasse und Ihr Sternensystem sind uns bislang unbekannt, würden Sie bitte erklären wie wir Sie nennen dürfen und woher Sie kommen?“, versuchte er den Ball zurückzuspielen.
Für den Moment funktionierte diese Taktik und die Aliens auf dem Bildschirm gaben seiner Meinung nach ein wenig zu bereitwillig Auskunft über die gestellten Fragen.

„Wir kommen vom Sternensystem Daleria, dass aus einer Doppelsonne und 12 Planeten besteht.
Unsere Rasse nennt sich Dalerianer.
Mein Name ist Karthofeen und ich bin der Alvat der Sigortaan dem Patrouillenschiff dieses Sektors, Sie können meine Position mit der Ihren vergleichen.
An meiner Seite...“, er deutete nach rechts, „...sehen Sie Trelluut, den Astovar unseres Schiffes, sowie Palatiin unseren Vestral“, damit deutete er auf seinen linken Nebenmann.

Sowohl die Titel als auch die Namen klangen sehr ungewohnt und ließen keine schnelle Analyse zu, welchen Wissensgebieten Sie zuzuordnen waren.
Mit einem leicht fordernden Unterton fuhr Karthofeen fort,
„Leider war Ihre Antwort auf unsere Frage nicht ausreichend um Ihnen die Weiterreise zu gewähren.
Sie müssen sich erneut gegenüber uns erklären. Mit welchem Recht und Ziel sind Sie in den von uns verwalteten Raum eingedrungen?
Zu dieser Frage erwarten wir eine detaillierte Information.
Um Ihnen genügend Zeit für die Vorbereitung Ihrer Äußerung zu geben gewähren wir Ihnen eine angemessene Beratungsfrist.
Wir melden uns in einer Periode wieder und erwarten Ihre Antwort“
Damit war die Verbindung unterbrochen und der Schirm der auf die Außenansicht schaltete, stellte bildfüllend das inzwischen eingetroffene Schiff der Dalerianer dar.

„Lieutenant Alisha, nehmen sie die Vergrößerung auf 1:1 zurück“ wies Wikland die Bolianerin an der OPS an.
„Captain, das ist der eingestellte Standardmodus.
Das Schiff ist zur Zeit ca. 2000 Meter von uns entfernt. Sein Volumen entspricht dem achtfachen unserer Größe“, kam die Antwort umgehend zurück.
Obwohl Wikland als nordischer Recke nicht so schnell aus der Ruhe zu bringen war musste er sich nach dieser Nachricht erst einmal setzen.
Wenn dies nach Angaben der Dalerianer nur ein Patruillenschiff war, dann wollte er keinen Kreuzer oder gar ein Kampfschiff dieser Rasse sehen.

„Captain, kann es sein, dass Sie meine Dienste benötigen? Ich fühle die Präsenz von anderen Wesen.“, kam die Stimme von Tara Inana Anu’U der Aliencontacterin mit einem unverkennbaren Maß an Überheblichkeit und Arroganz über die Kom-Anlage.

Genau das hatte ihm gerade jetzt noch gefehlt. Eine Diskussion mit Tara Anu’U. Wikland verzog sein Gesicht bevor er sich dazu aufraffte seinen Kommunikator zu berühren und zu antworten.
„Wikland hier, vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Aber die Universalübersetzer haben für die ersten Wortwechsel ausgereicht und nach einer ersten Beurteilung unserer Lage werde ich entscheiden, ob wir Sie im vorliegenden Fall benötigen.
Einstweilen vielen Dank für Ihre freundliche Bereitschaft zu helfen. Wikland Ende.“

Der Captain respektierte die Sonderbotschafterin Tara Inana Anu’U, aber er konnte ihre oft überhebliche Art nicht leiden.
Sie war sehr von sich eingenommen und ließ die Terraner häufig spüren, dass sie aufgrund ihrer besonderen Fähigkeiten von einer höher entwickelten Kultur stammte.
Ein weiterer Punkt war, dass Sie als einzige Person mit dem Klingonen K’Orak, der dem Captain der größte Dorn im Auge war, ein wirklich gutes Verhältnis pflegte
Er folgte zwar seinen Befehlen, ließ aber keinen Zweifel daran, dass er sich nur ungern unterordnete und somit seine Ehre nicht durch sofortige Zweikämpfe verteidigen konnte.

Wikland richtete sich an seine Brückencrew.
„Ich möchte alle verfügbaren Informationen über diese Rasse, Ihr Schiff, die technologische Stufe auf der sie stehen und Vorschläge zur Lösung dieses Problems.
Lassen Sie Tara Inana an der Besprechung teilnehmen.
Sie soll sich die Aufzeichnung unseres ersten Gespräches ansehen und mir Ihre Einschätzung geben. Wir treffen uns in 15 Minuten im Besprechungsraum.“
Damit stand er auf und verschwand in seinem Bereitschaftsraum, begleitet von der Meldung des Wachoffiziers „Captain verläßt die Brücke“.

* * *

In dem Moment in dem Wikland den Besprechungsraum mit seinen Führungsoffizieren betrat, meldete sich Carah Pehl über die Audioanlage.
„Captain, wir erhalten einen Notruf der Sternenflotte auf der Prioritätsfrequenz.“

„Stellen Sie durch!“, antwortete Wikland und im selben Moment erschien Commander Nicolai Graves auf dem Wandschirm.
„Hier spricht die Wissenschaftsstation Merlin der Föderation im Orbit um Sakras 5.
Wir sind in einen Konflikt mit der einheimischen Bevölkerung und einer Rebellengruppe verwickelt worden.
Die Rebellen haben unsere Station angegriffen, da sich zur Zeit einige Repräsentanten von Sakras 5 bei uns befinden.
Des weiteren wurde der Kontakt zu unserem Forschungszentrum auf dem Zentralplaneten sowie unserer Beobachtungsstation auf einem der Monde unterbrochen.
Wir benötigen dringend Hilfe, unsere Station ist nur mit normalen Schilden ausgestattet und kann eventuellen weiteren Angriffen nicht auf Dauer widerstehen.
Ich wiederhole, wir benötigen dringend Hilfe....“

Die ohnehin schlechte und mit mehreren Aussetzern erfüllte Bilddarstellung verzerrte sich bis zur Unkenntlichkeit und endete dann abrupt.
Der Captain drehte sich zu Lieutenant Alisha um, die sofort begriff, dass der Captain nun Informationen zur Station Merlin benötigte.
Schnell rief sie über die im Tisch eingelassene Computerbedienfläche die entsprechenden Informationen ab und gab sie weiter.

„Die Station Merlin liegt im Sektor 331, nicht weit von unserer derzeitigen Position entfernt.
Allerdings würden wir bei einer Hilfestellung unser derzeitiges Ziel nicht mehr in der vorgesehenen Zeit erreichen. Die Station wurde vor zirka vier Jahren im Orbit um Sakras 5 errichtet.
Sie dient dem Studium der sakranianischen Kultur und dem Technologieaustausch auf einfachem Niveau.
Auf der Station sind 459 Angehörige der Sternenflotte und 67 Zivilisten untergebracht.
Der Zusammenbruch des Kom-Signals deutet darauf hin, dass ein Störsignal zur Zerstreuung der Trägerwelle eingesetzt wurde.“, erklärte Alisha.

„Können wir davon ausgehen, dass andere Schiffe den Ruf ebenfalls erhalten haben und zu Hilfe kommen können?“, fragte Wikland in die Runde.
„Das ist nicht anzunehmen...“, ergriff Lt. Commander Sermin der vulkanische Wissenschaftsoffizier das Wort,
„Die ALEXANDRIA ist zur Zeit das nächste Schiff. Diese Übertragung benötigte eine Zeit von 17,548 Minuten um uns zu erreichen, dass bedeutet es werden 2,352 Stunden vergehen, bis sie die nächstgelegene Sternenbasis erreicht.
Bezieht man alle Fakten, auch die Unterbrechung des Sendesignals mit in die Berechnung mit ein, ist davon auszugehen, dass jedwede andere Hilfsaktion zu spät eintreffen würde.

Basierend auf den aktuellen Einsatzplänen könnte höchstens die U.S.S. Exeter den Notruf empfangen, doch selbst Sie würde bei maximaler Geschwindigkeit über 10 Tage brauchen um diesen Sektor zu erreichen.“
Die Gleichgültigkeit, mit der Sermin seine Ausführungen artikulierte ließ einen kalten Schauer über den Rücken von Jan Erik Wikland laufen.
Diese Vulkanier erweckten immer wieder den Anschein als sei ihnen alles andere um Sie herum egal, als gäbe es nichts Erstrebenswertes oder schützenswertes neben der Logik.
Nicht einmal der mögliche Verlust von vielen Menschenleben erzeugte eine feststellbare Reaktion.
Während seines Vortrages war das Gesicht von Sermin ohne jede Bewegung oder Veränderung geblieben.
Man hatte wirklich manchmal das Gefühl mit einem Roboter zu kommunizieren.
Selbst dieser Vergleich war schon eine Diskriminierung, seitdem die Sternenflotte den Androiden Data offiziell auf der U.S.S. Enterprise als 2. Offizier eingesetzt, und als selbstständige Lebensform anerkannt hatte.

„Das bedeutet, dass wir eine Entscheidung treffen müssen, entweder unseren Auftrag durchzuführen oder Rettungsmaßnahmen einzuleiten.
Allerdings besteht auch unser derzeitiger Auftrag in einer Hilfestellung für die Sternenbasis in Sektor 325.

Es ist schon schwer genug, dass wir an zwei Orten gleichzeitig sein sollten,
aber dazu müssen wir noch Diskussionen mit den Dalerianern führen über den Durchflug durch Ihren Sektor.“

Wikland machte ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter, diese diplomatischen Pflichten waren Ihm ein Greuel. Er war ein Mann der Tat, der einen ehrlichen Kampf irgendwelchem Geschwafel vorzog.
Auch wenn die Prioritäten der Sternenflotte klar umrissen waren, so musste ein Captain doch situationsbedingt entscheiden. Für Captain wikland war es eine klare und einfache Entscheidung. Nur, ob sich diese zum jetzigen Zeitpunkt einfach umsetzen ließ, war eine ganz andere Frage.

„Wir sollten Kurs setzten und den Rebellen die Köpfe abschlagen und diese den Kopacks zum Fraß vorwerfen, gegen ein solches Schiff wie die ALEXANDRIA können kleine Gruppen ohnehin nichts ausrichten.“, platzte es aus K’Orak hervor.
Als klingonischer Krieger hasste er das Austauschprogramm der Flotten wie die Pest.
Diese Föderationsschiffe waren doch ohnehin nur auf Kaffeefahrten unterwegs und wenn sich ein Konflikt entwickelte waren Sie meist bemüht, diesen ohne Kampf und nur durch Wortgefechte zu beenden. Eine nach K’Oraks Meinung verweichlichte und unehrenhafte Einstellung.

„Nein Mr. K’Orak, wir haben einen Auftrag erhalten und ich werde Ihn ausführen. Pflichterfüllung ist eines der obersten Gebote der Sternenflotte und dies ist nicht verhandelbar, ist das klar?“
Wikland sah dem Klingonen fest in die Augen, bis dieser mit einem leichten Senken des Kopfes zu verstehen gab, dass er den Standpunkt des Captains akzeptierte.
Daraufhin erfolgte zunächst keine weitere Wortmeldung und es war nur das leise Brummen des Warpantriebs zu vernehmen, der die internen Systeme des Schiffes mit Energie versorgte.

„Captain, ich empfehle das wir uns mit unserem Zielpunkt in Verbindung setzen und die aktuellen Gegebenheiten abfragen,
dann können wir uns entscheiden, welcher Situation wir den Vorrang geben.“, unterbrach van Dyke die Stille im Raum.

„Das ist ein akzeptabler Vorschlag, Lieutenant Carah stellen Sie eine Verbindung mit Captain Wenninger von Sternenbasis Sagittarius her, wir möchten die Lage erörtern.“, sagte Wikland und fast im selben Moment erschien das Föderationslogo auf dem Wandschirm, das andeutete, dass eine Kommunikationsverbindung zur Station aufgebaut wurde.

Nach wenigen Sekunden erschien das entspannte Gesicht von Carl Wenninger auf dem Schirm das nicht das Gefühl vermittelte, dass dringende Hilfe von Seiten der Sternenflotte benötigt wurde.
Es hatte eher den Anschein als ob sich der Captain gerade dazu entschlossen habe eine Urlaubsreise anzutreten und sich völlig entspannt auf das bevorstehende Ereignis freute.
Obwohl Wikland durch dieses Verhalten etwas verwirrt war, zögerte er keinen Moment mit seinen Fragen.

„Hier spricht Captain Jan Erik Wikland von der U.S.S. ALEXANDRIA, Captain wir wurden von Starbase 491 losgeschickt, um in Ihrem Sektor durch unsere Präsenz die Gemüter ein wenig abzukühlen. Allerdings sind wir auf unserer etwas kürzeren Route durch eine fremde Rasse aufgehalten worden, mit der ein Erstkontakt durchgeführt werden muss.
Zudem haben wir gerade eben einen Notruf der Station Merlin aufgefangen, die durch rivalisierende Gruppen in einen Bürgerkrieg hineingezogen wurde.
Wir sind das einzige Schiff in Reichweite, möchten uns allerdings zunächst über Ihre Situation erkundigen bevor wir eine Rettungsmission einleiten.“, erklärte Wikland.

„Hallo Captain Wikland, schön von Ihnen zu hören.
Wir haben bereits vor 3 Tagen die Nachricht erhalten, dass Sie unterwegs sind...“
Die Stimme von Carl Wenninger klang wie die Unterhaltung einiger distinguierter britischer Gentleman, die sich an einem Sonntag nachmittag in Ihrem Herrenclub über das ausnahmsweise schöne Wetter unterhielten.
„...vor zwei Wochen hatten wir einige Turbulenzen in unserem Sektor. Sie wissen schon die Romulaner können manchmal sehr nervig sein.
Bedauerlicherweise kam es auf unserer Station zu einem kurzzeitigen Ausfall der Energiewandler für die Signalabschirmung der Kommunikationskanäle, so dass die Romulaner alle an uns gerichteten Nachrichten problemlos mithören konnten.

Unglücklicherweise kam gerade in dieser Zeit die Nachricht über die Entsendung eines Schiffes der Galaxy bzw. Nebula Klasse in unseren Sektor.
Seit dieser Zeit haben sich alle romulanischen Schiffe aus unerfindlichen Gründen wieder hinter die vereinbarten Grenzen zurückgezogen und klopfen höflich bei uns an, bevor Sie wegen geschäftlicher Dinge in den Sektor einfliegen oder Ihn auf dem Weg zu den Quantalus Kolonien durchqueren.“
Captain Wenninger lehnte sich in seinem Stuhl zurück und nahm ein PADD von seinem Schreibtisch auf.

„Tja, eine kleine technische Panne zum rechten Zeitpunkt bewirkt manchmal mehr als komplexe Verhandlungen oder offene Drohungen.“, bestätigte Wikland,
„Vergessen Sie nicht den diensthabenden Offizier für die Vernachlässigung seiner Pflichten zu tadeln.“ fügte er hinzu und zeigte ein feines Lächeln auf seinen Lippen.

„Das werde ich bestimmt nicht vergessen, für diese Idee werde ich Ihm wohl eine Beförderung androhen müssen, er hat diese Kreativität schon wiederholt unter Beweis gestellt.“
Ein leises Lachen ging durch den Raum und auch der Vulkanier Sermin konnte es nicht unterlassen eine Augenbraue zu heben, ein deutliches Zeichen dafür, dass er auf eine weitere Verhaltensweise der Menschen gestoßen war, die den Regeln der Logik widersprach.

„Nun aber mal ernsthaft Captain Wikland...“
Wenninger schaute auf sein PADD und richtete dann seinen Blick wieder auf die Kommunikationseinrichtung.
„Bei uns ist im Moment alles in bester Ordnung und ich bin mir sicher, dass die Situation auch noch eine Woche oder zwei halten sollte, um aber unsere romulanischen Freunde nicht zu enttäuschen sollten Sie oder einer Ihrer Kollegen noch mal hier vorbeischauen und mit dem verantwortlichen Zenturion des angrenzenden romulanischen Sektors ein paar Takte reden,
sonst werden derartige Spielchen in der Zukunft nicht mehr glaubwürdig sein.“

Wikland atmete auf und nahm eine bequemere Haltung in seinem Sessel ein. Das w ar eine gute nachricht. Die beste die er heute erhalten hatte und somit ein Problem weniger auf der Liste.

„Ich verstehe Captain Wenninger, wir werden die U.S.S. Exeter bitten Sie zu besuchen, sofern die Sternenflotte zustimmt. Sie könnte in sieben Tagen bei Ihnen sein.
Das versetzt uns in die Lage bei Sternenbasis Merlin in die Geschehnisse einzugreifen, …das heißt, wenn wir unsere Freunde da draußen für unseren Abflug gewinnen können“, ergänzte Wikland

„Dann viel Glück und lassen Sie von sich hören, wer uns in Kürze besuchen wird, Wenninger Ende.“
Mit diesem Gruß verschwand die Bildkommunikation vom Schirm und das Sternenflotten Symbol erschien wieder auf dem Wanddisplay.

Wikland tippte seinen Communikator an und drehte sich kurz in Richtung Fenster.
„Lieutenant Carah, wir werden unseren Kurs ändern und Starbase
Merlin unterstützen, sobald wir diesen Erstkontakt hinter uns haben. Informieren Sie das Hauptquartier über unsere derzeitige Situation sowie über unser Gespräch mit Captain Wenninger.
Teilen Sie mit, dass wir die Übertragung unseres Auftrages an die U.S.S. Exeter empfehlen und verlangen Sie eine Bestätigung“, sagte Wikland und wirkte dabei schon etwas freundlicher als noch vor wenigen Minuten.

„Aye Sir, wird sofort erledigt. Aufgrund der Entfernung werden wir auf die Antwort der Sternenflotte jedoch mindestens sechs Stunden warten müssen.“, gab die Bajoranerin zurück
„Das ist wohl kein Problem, da wir ohnehin noch auf den erneuten Kontakt mit den Dalerianern warten müssen.“, erwiderte Wikland und wandte sich wieder zum Tisch um, an dem seine Führungsoffiziere und Tara Inana Anu’U saßen.

„Nun meine Damen und Herren, Ich höre...“, sagte Wikland und ließ sich nach hinten in seinen Sessel sinken.
Damit K’Orak nicht wieder durch unangemessene klingonische Verhaltensweisen auffiel interpretierte Sermin die Sensorwerte des fremden Schiffes. Auf dem Wanddisplay erschien ein dreidimensionales Bild der SIGORTAAN dem Patroullienschiff der Dalerianer.

„Das Volumen des Schiffes entspricht dem 9,23 fachen der ALEXANDRIA und die Masse ist im Vergleich mit der unseren um den Faktor 8,01 höher.

Die Antriebsenergieform ist unbekannt, ebenso die Energieform der Waffensysteme.
Das Energiepotential ist jedoch unglaublich hoch. Das Schiff ist in der Lage innerhalb von 0,34 Sekunden sowohl den Antrieb als auch die Waffensysteme vollständig zu laden.
Die hierbei für die Waffen bereitgestellte Energiemenge übersteigt den gesamten Energieausstoß der ALEXANDRIA um ein Vielfaches. Ein Kampf wäre aus strategischen Gründen unratsam.
Bedauerlicherweise muss ich darauf hinweisen, dass auch eine Flucht wenig Aussicht auf Erfolg verspricht, da die Höchstgeschwindigkeit des fremden Schiffes aufgrund der Energiewerte höher einzuschätzen ist als die unsere.“

Wie immer waren die Ausführungen des Vulkaniers geprägt von emotionslosen Fakten, und klaren logischen Schlüssen.
Eine Eigenschaft die Wikland in Berichten und Personalakten schätzte, die Ihm jedoch bei der Einschätzung von realen und möglicherweise brisanten Situationen zu nüchtern waren.
„Welche Informationen liegen uns über diese Rasse bereits vor? Wurde Sie bereits in Föderationsdaten erwähnt?“, wollte Wikland wissen.

Es musste einfach einen Weg geben, sich schnell aus dieser Situation zu befreien, um der Raumstation Merlin die dringend benötigte Hilfe zu gewähren.

„Uns liegen einige Berichte von Handelstreibenden vor, die den Dalerianern bereits begegnet sind. Sie berichten von friedlichen wenn auch anstrengenden Verhandlungen mit diesem Volk.
Hervorgehoben wird Ihre Freundlichkeit, die Geduld sowie gute Manieren.
Sie erheben nie das Wort solange der andere Gesprächspartner die Rede führt.

Aufzeichnungen der Handelsschiffe weisen darauf hin, dass während der Kommunikation keinerlei Aktivitäten auf den Schiffen der Dalerianer stattfanden, da anscheinend die ganze Besatzung an der Kommunikation teilnimmt, auch wenn meist nur zwei oder drei Gesprächspartner bei den Komverbindungen zugegen sind.“

Roger van Dyke hatte diese Informationen nur mit Mühe aus der Datenbank zusammensuchen können, da für diese Spezies noch keine Suchkriterien angelegt worden waren und er mit den wenigen Informationen und den Rangbezeichnungen in der Volltextsuche alle Dateien durchforsten musste.

„Diese Informationen sind nicht gerade viel, wenn man bedenkt, dass wir unsere Reise umgehend fortsetzen müssen um unsere Rettungsmission noch erfolgreich durchführen zu können.
Tara Inana, wie beurteilen Sie die Fremden angesichts der ersten Worte die wir miteinander gewechselt haben?“
Hiermit richtete sich Captain Wikland an seine Aliencontacterin, die als eine der wenigen in Starfleet den Sonderstatus eines Botschafters innehatte und helfen sollte, den ersten und meist wichtigen Kontakt mit fremden Rassen zu erleichtern.

„Nun werter Captain, da Sie es vorgezogen haben mich über das Erstgespräch nicht rechtzeitig zu informieren und mir lediglich die Aufzeichnung der spärlichen Kommunikation gestatteten, bin ich nicht in der Lage eine Wertung abzugeben.
Wie Sie wissen kann ich meine Fähigkeiten lediglich dann einsetzen, wenn ich mich simultan mit der Situation auf die jeweiligen Gesprächspartner focussieren kann.“

Tara Inana ließ den Captain ihre Verärgerung über diesen Umstand deutlich spüren. Sie hatte nicht viel Lust ihm jetzt entgegenzukommen, zumal Sie tatsächlich der Aufzeichnung nicht viel entnehmen konnte.
Wikland störte dieser Tiefschlag nicht sonderlich, er hatte ohnehin nur wenig Kontakt mit Ihr.
Sie führte ein zurückgezogenes Leben, nahm selten an offiziellen Anlässen teil und auf den zwanglosen Treffen, die von Zeit zu Zeit im Lookout stattfanden, hatte sie sich noch nie sehen lassen.
Sie zog es vor alleine in Ihrem Quartier zu bleiben, oder einige gemeinsame Stunden mit K’Orak zu verbringen, den einzigen Humanoiden den Sie in Ihrer Nähe duldete.

„Gut, Sie bleiben bitte im Besprechungsraum, wir rechnen bald mit der nächsten Meldung der Dalerianer, die uns eine Periode Ihrer Zeitrechnung für weitere Überlegungen gewährt haben.
Ich bin in meinem Bereitschaftsraum und werde überlegen, welche Aussage ich treffen werde.“, und an seine Offiziere gerichtet fuhr er fort:

„Ich möchte, dass sie alle Stationen auf maximalen und unerwarteten Einsatz vorbereiten.
Mr. K’Orak, das Schiff der Dalerianer soll ständig gescannt werden, ich möchte Informationen über die technischen Einrichtungen und die Lebensformen, die Anzahl der Besatzung und eventuelle Schwächen, die uns zum Vorteil gereichen.
Alarmstufe Gelb bleibt bestehen bis wir die Absichten der Dalerianer klar bewerten können, Danke.“

Wikland stand auf und gab damit zu verstehen, dass die Besprechung beendet war.


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